“Hinsehen & Handeln-Gewalt gegen Frauen verhindern” 
ai-Stand in der Fußgängerzone am Samstag, 2. Oktober 2004 

Mehr als zwei Jahre nach dem Sturz der Taliban ist es weder der internatio- nalen Gemeinschaft noch der Übergangsregierung in Afghanistan gelungen, Frauen wirklich vor Menschenrechtsverletzungen zu schützen- Diskriminierung und Unsicherheit prägen ihren Alltag. Zwangsehen, Verheiratung von Minder- jährigen und Vergewaltigungen sind nach wie vor weit verbreitet. Die aktuelle Rechtsprechung macht Frauen immer noch zu Menschen zweiter Klasse. 
Es fehlt an Gesetzen, die Frauenrechte schützen und Gewalt gegen Frauen als kriminelle Tat anerkennen. ai fordert Bundesaußenminister Joschka Fischer auf, sich für die Reform des Justizwesens in Afghanistan einzusetzen und dabei auf eine Verankerung der Rechte von Frauen zu drängen. Deutschland ist eines der größten Geberländer für den Wiederaufbau in Afghanistan. 
In Pakistan müssen Mädchen und Frauen, die die “Ehre der Familie” verletzt haben, mit barbarischen Strafen rechnen. So wurde eine junge Frau dazu gezwungen, eine Vergewaltigung durch eine Gruppe von Männern zu erleiden, um die Ehre der Familie wiederherzustellen. Auch die staatliche Justiz miss- achtet Menschenrechtsstandards bei der Verurteilung von Frauen.
In der mexikanischen Stadt Ciudad Juarez sind bis zu 400 Mädchen und Frauen spurlos verschwunden.  
Die meisten ermordeten oder “verschwundenen” Frauen und Mädchen waren zwischen 13 und 22 Jahren alt und kommen aus armen Familien.  
Viele arbeiteten in der Nähe der US-Grenze in so genannten Maquiladoras.  
Das sind Fabriken, die von ausländischen Firmen errichtet werden, um das niedrige Lohnniveau in Mexiko auszunutzen. 
Viele der Frauen und Mädchen wurden entführt, tagelang gefangen gehalten, gequält, erniedrigt und  sexuell gefoltert, bevor man sie strangulierte oder brutal erschlug.  
Ihre Leichen wurde oft er Monate oder Jahre später hinter Müllbergen am Stadtrand gefunden. 
ai wirft den Behörden vor, die Frauenmorde nicht mit dem nötigen Nachdruck zu untersuchen und dafür zu sorgen, dass die Täter bestraft werden.  
Mit einem Appell an den mexikanischen Präsidenten Vicente Fox will ai das Problem öffentlich machen und Druck auf die Regierung ausüben.  
Mitglieder der Soester ai-Gruppe informierten am 2. Oktober in der Fußgängerzone über Menschenrechtsverletzungen an Frauen. 
 Am Info-Stand bat die Soester Gruppe um Unterschriften unter einen Brief an den Präsidenten von Kolumbien, Alvaro Uribe Vélez. 
Darin fordern die Unterzeichner das Staatsoberhaupt auf, die Sicherheit der Menschrechtsverteidigerin Lilia Solano und weiterer Mitarbeiter der Organisa- tion “Proyecto Justicia y Vida” zu gewährleisten. Die Universitätsdozentin Lilia Solano kämpft gegen Menschenrechtsverstöße in dem südamerikanischen Land, das seit Jahrzehnten von Auseinandersetzungen zwischen Regierungs- truppen und Guerillas erschüttert wird. Ungeklärte Morde, das „Verschwinden- lassen” von Menschen, Straflosigkeit und die Verfolgung von Menschenrechts- verteidigern prägen die politische Situation in Kolumbien. 
Fünfzig Briefe gingen nach der Vormittagsaktion in der Fußgängerzone auf den weg nach Kolumbien.
Der Appellbrief an Präsident Uribe in der spanischen Übersetzung steht zum Downloaden auf  unter “Briefe gegen das Vergessen”. Tragen Sie Ihre Adresse ein, unterschreiben Sie und frankieren den Brief mit 1,50 Euro. Die deutsche Übersetzung des Schreibens finden Sie  zu Ihrer Information dort ebenfalls..
Fotos: Martin Huckebrink
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