Plakate prangern Folter an 
ai-Ausstellung im Bürgerzentrum Alter Schlachthof 

Folter ist verboten. Immer und überall. Trotzdem wird gefoltert.122 Länder hat Amnesty International aufgelistet, in denen Folter an der Tagesordnung ist. Der Kampf gegen die Folter gehört den Hauptanliegen von ai. Die Soester Gruppe beteiligt sich mit einer Ausstellung in der Gaststätte des Alten Schlachthofes  an der weltweiten Kampagne gegen die Folter. Bis zum 9. Mai sind an den Wänden der Kneipe eindrucksvolle großformatige Plakate zu sehen, mit denen ai  Stellung bezieht.
Was ist Folter überhaupt? Im allgemeinen versteht man unter Folter eine Handlung, bei der Menschen anderen Menschen physische und/oder psychische Schmerzen zufügen, um einen bestimmten Zweck wie Einschüchterung oder Strafe zu erreichen. Die Gewaltanwendung geht dabei vom Staat aus oder wird zumindest von diesem gebilligt. Amnesty International beruft sich bei der Definition von Folter auf die UN-Konvention gegen die Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung von 1984 .
Zur Eröffnung der Ausstellung hatte die Gruppe am 19. April Judith Allert aus Duisburg eingeladen. Sie hat sich in ihrem Studium mit dem Folterproblem befasst und ist so zu Amnesty gekommen. Seit sieben Jahren engagiert sie sich in der Koordinationsgruppe gegen Folter. 
Täglich bekommt ai neue Berichte über grausamste Formen der Folter. Zurzeit gibt es besonders viele Meldungen aus dem Bürgerkriegsland Syrien, wo Regimegegner mit brutalen Methoden drangsaliert werden. 
Zum Folterer kann unter bestimmten Bedingungen im Prinzip jeder werden, stellte Judith Allert fest. Entsprechende wissenschaftliche Experimente haben dafür zahlreiche Belege geliefert. „Folterer werden gemacht“, so ihr Fazit.
Judith Allert sprach zur Eröffnung der Ausstellung über das Problem der Folter.
Warum wird gefoltert? Demonstration von Herrschaft und Macht, die Erpressung von Geständnissen und Informationsgewinnung  sind Gründe für Folter. Insbesondere die Frage, ob durch Folter wichtige Informationen zum Beispiel zur Verhinderung von Terroranschlägen gewonnen werden können, wird gerade in jüngster Zeit kontrovers diskutiert. Für Amnesty ist ein solches Bedrohungszenario keine Rechtfertigung für Folter. Man wisse nämlich nie, ob der vermeintliche Täter tatsächlich im Besitz des erwünschten Wissens ist, erläuterte Judith Allert. Die gewonnenen „Informationen“ seien zudem in der Regel nichts wert, weil Gefolterte irgendetwas aussagen, damit die Schmerzen aufhören. Allert: „Es ist deshalb wenig sinnvoll, wegen Spekulationen vom Folterverbot abzuweichen.“
Folterpraktiken ändern sich. Auch Dauerbeschallung mit Musik oder Schlafentzug sind Foltermethoden. Diese so genannte „weiße Folter“ zielt auf die Psyche der Gefangenen ab, hinterlässt aber keine körperlichen Spuren. 
In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist das Folterverbot als Absichtserklärung niedergeschrieben. Die rechtlich bindende Anti-Folterkonvention haben 159 Staaten ratifiziert. Trotzdem wird weiter gefoltert. Der Kampf gegen die Folter bleibt deshalb ganz oben auf der Aktionsliste von ai.  (M.H.)
Im Alten Schlachthof zeigt ai Soest die Ausstellung "Stop Folter". 
Alle Fotos: Huckebrink
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