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 briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS SEPTEMBER 2017

 
Aser Mohamed aus Ägypten
© Aser Mohamed Foto: Privat
Der damals 14-jährige Aser Mohamed wurde am 12. Januar 2016 im Westen von Kairo festgenommen, als sein Elternhaus von bewaffneten Polizeieinheiten und dem ägyptischen Geheimdienst gestürmt wurde. Die Polizeikräfte zeigten weder einen Durchsuchungs- noch einen Haftbefehl vor und sagten den Angehörigen auch nicht, wohin der Junge gebracht wurde. Es hieß nur, dass er nach einer etwa zweistündigen Vernehmung zurückgebracht werde. Aser Mohamed war anschließend 34 Tage lang „verschwunden“. Während dieser Zeit bestritten die Behörden, ihn festzuhalten und seine Angehörigen wussten nicht, wo er sich aufhielt.
Aser Mohamed wurde am 15. Februar 2016 von der Staatsanwaltschaft ohne seinen Rechtsbeistand verhört. Diese Praxis verstößt gegen ägyptisches Recht, das für Jugendliche unter 15 Jahren eine Strafverfolgung nach dem Jugendstrafrecht vorsieht. Anschließend wurde der Junge in eine Hafteinrichtung der Zentralen Sicherheitskräfte in Gizeh überführt, wo er bis heute festgehalten wird. Dort wurde ihm schließlich erlaubt, seine Angehörigen und seinen Rechtsbeistand anzurufen.

Während Aser Mohamed „verschwunden“ war, wurde er gemeinsam mit erwachsenen Häftlingen rechtswidrig im Gewahrsam des Geheimdienstes festgehalten. Der Jugendliche berichtete, dass man ihn mit Elektroschocks gefoltert und misshandelt habe, um ihn zu zwingen, Straftaten zu „gestehen“. Dazu zählt auch die vermeintliche Beteiligung an einem Anschlag, der am 7. Januar 2016 auf das Hotel Three Pyramids in Gizeh verübt worden war.

Die Angehörigen des Geheimdienstes verweigerten ihm die medizinische Versorgung und die Staatsanwaltschaft lehnte die Untersuchung seiner Vorwürfe über Verschwindenlassen, Folter und andere Misshandlungen ab. Anerkannt wurden dagegen seine „Geständnisse“, obwohl seine Rechtsbeistände geltend machten, dass diese unter Folter erzwungen worden waren. Aser Mohamed berichtet, dass ihm der Staatsanwalt mit weiterer Folter gedroht habe, sollte er seine „Geständnisse“ widerrufen.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den ägyptischen Präsidenten mit der Bitte, Aser Mohamed sofort freizulassen, ihn bis dahin vor Folter und anderer Misshandlung zu schützen und ihm umfassenden Zugang zu seinem Rechtsbeistand, medizinischer Versorgung und seinen Angehörigen zu gewähren. Bitten Sie den Präsidenten außerdem, für eine unparteiische und wirksame Untersuchung der rechtswidrigen Inhaftierung von Aser Mohamed, seines Verschwindenlassens sowie seiner Folter- und Misshandlungsvorwürfe zu sorgen. 

Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch an: 
Abdel Fattah al-Sisi
Office of the President
Al Ittihadia Palace
Cairo, ÄGYPTEN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: 00 202 2391 1441
E-Mail: p.spokesman@op.gov.eg
Twitter: @AlsisiOfficial 
Facebook: https://www.facebook.com/AlSisiofficial/
(Standardbrief Luftpost: 0,90 Euro)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:

Botschaft der Arabischen Republik Ägypten
S. E. Herrn Badr Ahmed Mohamed Abdelatty
Stauffenbergstraße 6 - 7, 10785 Berlin
Fax: 030-477 1049
E-Mail: embassy@egyptian-embassy.de
(Standardbrief: 0,70 Euro)


Sie können dazu einen in deutscher  (oder englischen ) Sprache verfassten Brief downloaden. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:
Exzellenz,

ich möchte Sie heute auf den Fall von Aser Mohamed aufmerksam machen. Der damals 14jährige Aser Mohamed wurde am 12. Januar 2016 im Westen von Kairo festgenommen, als sein Elternhaus von bewaffneten Polizeieinheiten und dem ägyptischen Geheimdienst gestürmt wurde. Die Polizeikräfte zeigten weder einen Durchsuchungs- noch einen Haftbefehl vor und sagten den Angehörigen auch nicht, wohin der Junge gebracht wurde. Es hieß nur, dass er nach einer etwa zweistündigen Vernehmung zurückgebracht werde. Aser Mohamed war anschließend 34 Tage lang „verschwunden“. Während dieser Zeit bestritten die Behörden, ihn festzuhalten und seine Angehörigen wussten nicht, wo er sich aufhielt.

Der Jugendliche berichtete, dass man ihn mit Elektroschocks gefoltert und misshandelt habe, um ihn zu zwingen, Straftaten zu „gestehen“. Er befindet sich bis heute in einer Hafteinrichtung der Zentralen Sicherheitskräfte in Gizeh.

Ich bitte Sie hiermit, dafür zu sorgen, dass Aser Mohamed sofort freigelassen wird. Bis zu seiner Freilassung muss er vor Folter und anderer Misshandlung geschützt werden. Zudem muss ihm der umfassende Zugang zu seinem Rechtsbeistand, medizinischer Versorgung und seinen Angehörigen gewährt werden. Ich bitte Sie außerdem, für eine unparteiische und wirksame Untersuchung der rechtswidrigen Inhaftierung von Aser Mohamed, seines Verschwindenlassens sowie seiner Folter- und Misshandlungsvorwürfe zu sorgen.

Mit freundlichen Grüßen
 


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de


Anschreiben 
in Englisch als Druckausgabe:
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Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
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