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 briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS AUGUST 2017

 
Kalpana Chakma aus Bangladesch
© Amnesty International, Foto: Privat
Kalpana Chakma war Koordinatorin der Organisation Hill Women's Federation, die sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung in der Region Chittagong Hill Tracts einsetzt. Sie wurde in den frühen Morgenstunden des 12. Juni 1996 aus dem Haus ihrer Familie im Dorf Lallyagona im Bezirk Rangamati entführt. Die damals 23-Jährige ist seitdem nie mehr gesehen worden.

Möglicherweise stand die Entführung in Zusammenhang mit den Parlamentswahlen, die am selben Tag stattfanden, denn Kalpana Chakma hatte einen Kandidaten unterstützt, der die Interessen indigener Gruppen vertrat.

Bei den Entführern soll es sich um Sicherheitskräfte aus dem nahegelegenen Armeestützpunkt Ugalchhari gehandelt haben. Kalpana Chakma wurde gemeinsam mit zwei ihrer Brüder aus dem Haus verschleppt, man verband ihnen die Augen und fesselte sie. Die Brüder konnten entkommen, obwohl die Sicherheitskräfte auf sie schossen.

Nach Einschätzung zivilgesellschaftlicher Gruppen in Bangladesch verschleppen die Behörden die Untersuchung des Falls, um zu verhindern, dass Militärangehörigen Verstöße gegen das Völkerrecht und Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Die Brüder von Kalpana Chakma haben in ihrer Anzeige bei der Polizei drei Personen als Verantwortliche benannt: einen Armeeangehörigen und zwei Mitglieder einer paramilitärischen Gruppe. Die Polizei weigerte sich damals jedoch, die Anzeige aufzunehmen.

Trotzdem macht die Polizei von Bangladesch einen Mangel an Beweisen geltend und hat bei einem Gericht in Rangamati beantragt, die Ermittlungen am 27. September 2017 einzustellen. Damit würde der Familie von Kalpana Chakma ihr Recht auf Aufklärung des Schicksals der jungen Frau verweigert und die Verantwortlichen für ihr Verschwindenlassen würden straffrei ausgehen.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an die Premierministerin von Bangladesch und bitten Sie sie, eine umfassende und unabhängige Untersuchung des Falls von Kalpana Chakma zu veranlassen. Die Ermittlungen müssen die Befragung der drei Hauptverdächtigen umfassen und sicherstellen, dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden. Alle Fälle von Drohungen, Gewalt, Einschüchterungen, willkürlichen Festnahmen und Verschwindenlassen von Menschenrechtsverteidiger_innen müssen in vollem Umfang untersucht werden, auch solche, die von nicht staatlichen Gruppen ausgehen.

Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch an: 
Honourable Prime Minister Sheikh Hasina
Old Sangsad Bhaban
Bir Uttam Ziaur Rahman Rd
Dhaka 1215
BANGLADESCH
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: 00 880 – 914 33 77
E-Mail: psecy@pmo.gov.bd  
(Standardbrief Luftpost: 0,90 Euro)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:

Botschaft der Volksrepublik Bangladesch
S. E. Herrn Imtiaz Ahmed
Kaiserin-Augusta-Allee 111, 10553 Berlin
Fax: 030 – 39 89 75 10
E-Mail: info.berlin@mofa.gov.bd
(Standardbrief: 0,70 Euro)


Sie können dazu einen in deutscher  (oder englischen ) Sprache verfassten Brief downloaden. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:
Exzellenz,

ich möchte Sie mit meinem Schreiben auf den Fall der Menschenrechtlerin Kalpana Chakma aufmerksam machen.

Sie wurde in den frühen Morgenstunden des 12. Juni 1996 aus dem Haus ihrer Familie im Dorf Lallyagona im Bezirk Rangamati entführt. Die damals 23-Jährige ist seitdem nie mehr gesehen worden. Bei den Entführern soll es sich um Sicherheitskräfte aus dem nahegelegenen Armeestützpunkt Ugalchhari gehandelt haben. Kalpana Chakma wurde gemeinsam mit zwei ihrer Brüder aus dem Haus verschleppt, man verband ihnen die Augen und fesselte sie. Die Brüder konnten entkommen, obwohl die Sicherheitskräfte auf sie schossen.

Hiermit bitte ich Sie, eine umfassende und unabhängige Untersuchung des Falls von Kalpana Chakma zu veranlassen. Die Ermittlungen müssen die Befragung der drei Hauptverdächtigen umfassen und sicherstellen, dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden. Alle Fälle von Drohungen, Gewalt, Einschüchterungen, willkürlichen Festnahmen und Verschwindenlassen von Menschenrechtsverteidiger_innen müssen in vollem Umfang untersucht werden, auch solche, die von nicht staatlichen Gruppen ausgehen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen
 


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de


Anschreiben 
in Englisch als Druckausgabe:
 pdf
Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
pdf
 

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