briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS DEZEMBER 2016

 
China - Ilham Tohti 
Ilham Tohti: © FREDERIC J. BROWN/AFP/Getty Images
Am 23. September 2014 wurde Ilham Tohti in China wegen "Separatismus" zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Professor für Wirtschaftswissenschaften kritisiert seit Jahren den Umgang der chinesischen Regierung mit der vornehmlich muslimischen uigurischen Minderheit, der er selbst angehört. Uigur_innen sind regelmäßig schweren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt und leiden unter Diskriminierung, was Sprache, Religion, Kultur, Bildung und den Zugang zum Arbeitsmarkt angeht. Ilham Tohti warb für einen friedlichen Dialog mit der Mehrheitsgesellschaft und gründete das Internetportal "Uighur Online", um über die Situation der Uiguren zu informieren. Die chinesischen Behörden sperrten die Internetseite jedoch mehrfach.
2014 wurde Ilham Tohti verschleppt, monatelang ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten und gefoltert. Am 21. November 2014 bestätigte das hohe Volksgericht von Xinjiang die lebenslange Haftstrafe gegen ihn, ohne dass seine Rechtsbeistände bei dem Verfahren anwesend waren. Am 12. Dezember 2014 wurde Ilham Tohti in das Gefängnis Nr. 1 der Region Xinjiang verlegt, wo er sich seitdem befindet.
Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Direktor der Gefängnisbehörden des Uigurischen Autonomen Gebiets Xinjiang, in denen Sie ihn auffordern, Ilham Tohti umgehend und bedingungslos freizulassen, da er ein gewaltloser politischer Gefangener ist, der allein wegen der friedlichen Ausübung seines Rechts auf freie Meinungsäußerung festgehalten wird. Fordern Sie ihn zudem auf, dafür zu sorgen, dass Ilham Tohti bis zu seiner Freilassung vor Folter und anderweitiger Misshandlung geschützt ist, jegliche erforderliche medizinische Behandlung erhält und regelmäßigen Zugang zu seiner Familie und seinen Rechtsbeiständen hat.

Schreiben Sie in gutem Chinesisch, Englisch oder auf Deutsch an:
Leiter der Gefängnisbehörden des Uigurischen Autonomen ­Gebiets Xinjiang
Fan Jun (??)
Prison Administration Bureau of Xinjiang Uighur Autonomous Region
No. 626 Xinquanjie, Tianshanqu
830002 Urumqi
Xinjiang Uighur Autonomous Region
VOLKSREPUBLIK CHINA
(Anrede: Dear Director / Sehr geehrter Herr Direktor)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 0,90 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft der Volksrepublik China
S. E. Herrn Mingde Shi
Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin
Fax: 030 - 27 58 82 21
(Standardbrief: 0,70 €)


Sie können dazu einen in deutscher  Sprache verfassten Brief downloaden. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:

Leiter der Gefängnisbehörden des 
Uigurischen Autonomen Gebiets Xinjiang 
Fan Jun 
Prison Administration, Bureau of Xinjiang Uighur Au
tonomous Region 
No. 626 Xinquanjie, Tianshanqu 
830002 Urumqi 
Xinjiang Uighur Autonomous Region 
VOLKSREPUBLIK CHINA 

Sehr geehrter Herr Direktor, 
Bitte geben Sie mir ein paar Minute Zeit, um Sie auf das Schicksal von Ilham Tohti aufmerksam zu machen.
Der Wirtschaftsprofessor Ilham Tohti wurde im September 2014 zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen „Separatismus“ verurteilt. Grund dafür waren offenbar Artikel, die auf der Internetplattform „Uighur Online“ veröffentlicht wurden, in denen er auf Menschenrechtsverletzungen an Uigurinnen hinwies.
Die Verurteilung entbehrt jeder Grundlage und steht im Widerspruch zu Aussagen Ihrer Regierung, die Rechtsstaatlichkeit in China zu fördern. Ilham Tohti hat sich stets für einen friedlichen Dialog und die Verständigung zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen in China eingesetzt. 
Ich bin davon überzeugt, dass Ilham Toti ein gewaltloser politischer Gefangener ist, der nur wegen der friedlichen Ausübung seines Rechts auf freie Meinungsäußerung inhaftiert ist. 

Daher fordere ich Sie auf, Ilham Tohti umgehend und bedingungslos freizulassen. 

Ich bitte Sie eindringlich dafür zu sorgen, dass er bis zu seiner Freilassung nicht gefoltert oder anderweitig misshandelt wird und jegliche erforderliche medizinische Behandlung erhält. Stellen Sie bitte außerdem sicher, dass er regelmäßigen Zugang zu seiner Familie und zu seinen Rechtsbeiständen hat. 

Hochachtungsvoll
 


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de


Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
pdf
 

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