briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS AUGUST 2016

 
Iran - Narges Mohammadi
 Narges Mohammadi: 
Amnesty International
Narges Mohammadi ist eine bedeutende Menschenrechtsverteidigerin und stellvertretende Geschäftsführerin des iranischen Menschenrechtszentrums.
Im Mai 2016 verurteilte ein Revolutionsgericht in Teheran sie im Zusammenhang mit ihrer friedlichen Arbeit zu insgesamt 16 Jahren Haft: Wegen "Gründung einer verbotenen Gruppierung" erhielt sie eine zehnjährige Haftstrafe. Der Vorwurf bezog sich auf ihre Verbindungen zu "Legam", einer Gruppe, die sich gegen die Todesstrafe im Iran einsetzt. Wegen "Versammlung und Verschwörung gegen die nationale Sicherheit" wurde sie zu fünf Jahren und wegen "Verbreitung von Propaganda gegen das System" zu einem Jahr Haft verurteilt. Sollte das Urteil im Berufungsverfahren bestätigt werden, muss Narges Mohammadi mindestens zehn Jahre Gefängnis verbüßen - das Strafmaß, das wegen "Gründung einer verbotenen Gruppierung" gegen sie verhängt wurde. Das iranische Strafgesetzbuch sieht seit 2013 vor, dass bei einem Schuldspruch in mehreren Anklagepunkten lediglich die längste Einzelstrafe verbüßt werden muss.
Narges Mohammadi sitzt bereits im Gefängnis - wegen einer sechsjährigen Haftstrafe, zu der sie in einem anderen Fall verurteilt wurde. Die Menschenrechtsverteidigerin ist schwer krank. Sie leidet an einem Blutgerinnsel in ihren Lungen und an einer neurologischen Erkrankung, die zu Krampfanfällen und Lähmungserscheinungen führt. Sie benötigt eine permanente fachärztliche Behandlung, die im Gefängnis nicht möglich ist.
Die Behörden verweigern Narges Mohammadi das Recht auf Kontakt zu ihren Kindern. Ihre neunjährigen Zwillinge mussten ins Ausland zu ihrem Vater ziehen, da sich im Iran niemand um sie kümmern konnte. Narges Mohammadi durfte seit Mitte 2015 nur ein einziges Telefongespräch mit ihren Kindern führen.
Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an die Oberste Justizautorität, Ayatollah Sadegh Larijani, in denen Sie ihn darauf hinweisen, dass Narges Mohammadi eine gewaltlose politische Gefangene ist, die sich nur aufgrund ihrer friedlichen Menschenrechtsarbeit in Haft befindet. Fordern Sie die Aufhebung des Urteils und Strafmaßes sowie ihre sofortige und bedingungslose Freilassung. Bitten Sie ihn, sicherzustellen, dass Narges Mohammadi sofort und permanent Zugang zu fachärztlicher Behandlung außerhalb des Gefängnisses erhält und vor jeglicher Form der Folter oder anderweitiger Misshandlung geschützt ist. Bitten Sie ihn zudem darum, dafür zu sorgen, dass sie regelmäßigen Kontakt zu einem Rechtsbeistand ihrer Wahl und zu ihrer Familie erhält.

Schreiben Sie in gutem Persisch, Arabisch, Englisch oder auf Deutsch an:
Ayatollah Sadegh Larijani
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Senden Sie Ihre Briefe bitte über die
Botschaft der Islamischen Republik Iran
S. E. Herrn Ali Majedi
Podbielskiallee 65-67, 14195 Berlin
(Standardbrief bis 20 g: 0,70 €)

Sie können dazu einen in deutscher  Sprache verfassten Brief downloaden. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:

Ayatollah Sadegh Larijani, 
Botschaft der Islamischen Republik Iran
S. E. Herrn Ali Majedi
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin

Exzellenz, 

bitte geben Sie mir ein paar Minuten Zeit, um Sie über das Schicksal von Narges Mohammadi zu informieren.
Narges Mohammadi wurde im Mai 2016 von einem Revolutionsgericht in Teheran zu insgesamt 16 Jahren Haft verurteilt. Ihr wurde die „Gründung einer verbotenen Gruppierung“ vorgeworfen. Derzeit ist Narges Mohammadi bereits wegen einer sechsjährige Haftstrafe inhaftiert. Sie leidet unter gesundheitlichen Problemen.

Ich bitte Sie eindringlich, das Urteil gegen Narges Mohammadi aufzuheben und sie unverzüglich und bedingungslos freizulassen. Narges Mohammadi wurde nur aufgrund ihrer friedlichen Menschenrechtsarbeit inhafiert. Ich bin überzeugt, dass Narges Mohammadi eine gewaltlose politische Gefangene ist.
Bitte schützen Sie Narges Mohammadi vor jeglicher Form von Folter und stellen Sie eine sofortige fachärztliche Behandlung sicher. 
Bitte sorgen Sie dafür, dass Narges Mohammadi einen regelmäßigen Kontakt zu einem Rechtsbeistand ihrer Wahl und zu iher Familie erhält.
 

Hochachtungsvoll
 


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de


Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
pdf
 

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