briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS MAI 2016

 
Vereinigte Arabische Emirate - Mohammed Al-Roken
 Dr Mohammed al-Roken: © Privat
Mohammed al-Roken ist Professor für Verfassungsrecht und ein bekannter Menschenrechtsanwalt in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). 
Er verbüßt derzeit eine zehnjährige Haftstrafe, nachdem er im Juli 2013 in einem Sammelverfahren, das als "VAE 94" bekannt wurde und bei Weitem nicht den internationalen Standards für faire Verfahren entsprach, für schuldig befunden worden war. 
Mohammed al-Roken und 68 weitere Personen, darunter Rechtsanwält_innen, Richter_innen, Akademiker_innen, Student_innen und Aktivist_innen, wurden von der Staatssicherheitskammer des Obersten Gerichtshofes in der Hauptstadt Abu Dhabi zu Haftstrafen zwischen sieben und fünfzehn Jahren verurteilt. 
Die Regierung ging mit großer Härte gegen diese Personen vor, die sich für politische Reformen und den Schutz der Menschenrechte in den VAE eingesetzt hatten, und warf ihnen vor, eine geheime Organisation gegründet zu haben, um die Regierung zu stürzen. 
Mohammed al-Roken sowie die anderen Angeklagten hatten in Untersuchungshaft keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand und wurden vor Prozessbeginn bis zu einem Jahr in Einzelhaft gehalten. 
Einige von ihnen gaben vor Gericht an, gefoltert worden zu sein - dennoch wurden die mutmaßlich durch Folter erzwungenen "Geständnisse" als Beweismittel verwendet. Keiner der Angeklagten durfte Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen, was gegen das Völkerrecht verstößt. 
Mohammed al-Roken ist Mitglied von Amnesty International und seit ungefähr 20 Jahren eng mit der Organisation verbunden. Bis zu seiner Inhaftierung war er mehr als zehn Jahre lang der Hauptansprechpartner von Amnesty International zu Menschenrechten in den VAE. Amnesty International betrachtet Mohammed al-Roken als gewaltlosen politischen Gefangenen.
Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate und fordern Sie ihn höflich auf, Mohammed al-Roken unverzüglich und bedingungslos freizulassen, da er ein gewaltloser politischer Gefangener ist, der sich nur aufgrund der friedlichen Wahrnehmung seines Rechts auf Meinungs- und Vereinigungsfreiheit in Haft befindet. Bitten Sie ihn darum, Mohammed al-Roken vor Folter und anderen Misshandlungen zu schützen und ihm regelmäßigen Zugang zu seinem Rechtsbeistand und seiner Familie zu gewähren.

Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch an:
Sheikh Khalifa bin Zayed Al Nahyan,
Ministry of Presidential Affairs
Corniche Road
P.O. Box 280, Abu Dhabi
VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE
Fax: 00 971 - 26 22 22 28
E-Mail: ihtimam@mopa.ae
(Anrede: Your Highness / Hoheit)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 0,90 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate
Herrn Mohamed Salem Hamdan S. Alfalahi, Geschäftsträger a.i.
Hiroshimastraße 18-20, 10785 Berlin
Fax: 030 - 51 65 19 00
E-Mail: AmbOffice.Berlin@mofa.gov.ae


Sie können dazu einen in deutscher oder englischer Sprache verfassten Brief downloaden. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:

Sheikh Khalifa bin Zayed Al Nahyan,
Ministry of Presidential Affairs
Corniche Road
P.O. Box 280, Abu Dhabi
VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE
 

Exzellenz, 

bitte geben Sie mir ein paar Minuten Zeit, um Sie über das Schicksal von  Mohammed al-Roken zu informieren.
Mohammed al-Roken wurde mit 68 weiteren Personen in einem Sammelverfahren im Juli 2013 für schuldig befunden und zu zehn Jahren Haft verurteilt. Dieses Sammelverfahren entsprach nicht den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren. Angeklagt waren mehrere Personen, unter anderem Richter und Richterinnen, Juristen , Akademiker und Studenten. Sie haben sich für politische Reformen und den Schutz der Menschenrechte in den VAE eingesetzt. Vorgeworfen wurde ihnen aber, eine geheime Organisation gegründet zu haben, um die Regierung zu stürzen.
Die Angeklagten, zu denen auch Mohammed al-Roken gehörte, hatten in der Untersuchungshaft keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand und wurden vor Prozessbeginn bis zu einem Jahr in Einzelhaft gehalten. Einige von ihnen gaben vor Gericht an, gefoltert worden zu sein - dennoch wurden die mutmaßlich durch Folter erzwungenen "Geständnisse" als Beweismittel verwendet. Keiner der Angeklagten durfte Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen, was gegen das Völkerrecht verstößt. 

Ich bitte Sie eindringlich, Mohammed al-Roken unverzüglich und bedingungslos freizulassen, da er ein gewaltloser politischer Gefangener ist, der sich nur aufgrund der friedlichen Wahrnehmung seiner Rechts auf Meinungs- und Vereinigungsfreiheit in Haft befindet. 
Bitte schützen Sie Mohammed al-Roken vor Folter und anderen Misshandlungen und gewähren Sie ihm regelmäßigen Zugang zu seinem Rechtsbeistand und seiner Familie.

Hochachtungsvoll
 


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de


Anschreiben 
in Englisch als Druckausgabe:
pdf
 
Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
pdf
 

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