briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS JULI 2014

 
Philippinen - Darius Evangelista
Darius Evangelista mit Ehefrau:© Privat
Margie Evangelista sah ihren Ehemann Darius Evangelista am 5. März 2010 zum letzten Mal. An dem Tag wurde er wegen Diebstahls festgenommen. Sie hörte nichts von ihm, bis ihr jemand am 17. August 2010 erzählte, ihn in den Nachrichten gesehen zu haben. Das Video zeigte einen nackten Mann, der sich vor Schmerzen wandte, während ein Polizeibeamter ihn schlug und immer wieder an einer Schnur zog, die an seinen Genitalien befestigt war. Andere Polizeibeamt_innen in Uniform sahen zu.
Als Margie Evangelista das Video sah, erkannte sie sofort ihren Mann und Vater von drei Kindern. Einige Tage später erfuhr sie, dass in der Manila-Bucht ein Kopf gefunden wurde. Sie identifizierte ihn bei der Polizei als Kopf ihres Mannes.
Im Zuge der Untersuchungen der Menschenrechtskommission sagten drei Mitgefangene von Darius Evangelista aus, er sei nach seiner Festnahme in das Büro des Polizeichefs und anschließend schwer verletzt in die Zelle zurückgebracht worden. Danach brachte man ihn aus der Polizeiwache fort. Ein Häftling hörte einen hochrangigen Polizisten dabei sagen: "Seht zu, dass ihr ihn loswerdet." Sie sahen Darius Evangelista nie wieder.
Die philippinische Polizei führte eine interne Disziplinaruntersuchung durch und bescheinigte nur einem einzigen Polizisten ein Fehlverhalten. 2011 erstattete die Familie von Darius Evangelista Anzeige wegen Folter. Daraufhin strengte das Justizministerium ein Verfahren gegen sieben Polizist_innen und weitere Verdächtige an, einige von ihnen befinden sich jedoch noch auf freiem Fuß. Die Angeklagten plädieren alle auf nicht schuldig, und das Gerichtsverfahren dauert noch an. Die Familie von Darius Evangelista hat inzwischen aus Angst um ihre Sicherheit ihre Wohnung verlassen.
Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den philippinischen Polizeipräsidenten, in denen Sie eine sofortige, unabhängige und umfassende Untersuchung der Folter, des Verschwindens und der möglichen außergerichtlichen Hinrichtung von Darius Evangelista fordern. Drücken Sie Ihre Sorge darüber aus, dass einige Personen, deren Festnahme aufgrund der Folter von Darius Evangelista angeordnet wurde, noch immer auf freiem Fuß sind. Bitten Sie um Informationen, welche Schritte die Polizei einleiten möchte, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten an diesem Verbrechen zeitnah festgenommen werden.

Schreiben Sie in gutem Filipino, Englisch oder auf Deutsch an:
PDG Nicanor Bartolome
PNP National Headquarters Camp General Crame
Quezon City, 1100
PHILIPPINEN
(Anrede: Dear Police Director General / Sehr geehrter Herr Polizeipräsident)

(Standardbrief Luftpost bis 20g: 0,75 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft der Republik Philippinen
I. E. Frau Maria Cleofe Natividad
Uhlandstr. 97
10715 Berlin
Fax: 030-873 2551
E-Mail: info@philippine-embassy.de


Sie können dazu einen in deutscher oder englischer Sprache verfassten Brief downloaden. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:
PDG Nicanor Bartolome
PNP National Headquarters Camp General Crame
Quezon City, 1100
PHILIPPINEN

Sehr geehrter Herr Polizeipräsident,

am 5. März 2010 sah Margie Evangelista ihren Ehemann Darius Evangelista zum letzten Mal. 
An dem Tag wurde er wegen Diebstahls und ohne Angaben zum Aufenthaltsort festgehalten. Erst im August 2010 erkannte Margie Evangelista ihren Mann in einem Video wieder. In diesem Video wird ihr Mann von mehreren Polizisten gefoltert und misshandelt. Kurz darauf wurde ein Kopf in der Manila Bucht gefunden und Margie Evangelista identifizierte diesen als Kopf ihres Mannes.
Die philippinische Polizei führte eine interne Disziplinaruntersuchung durch und bescheinigte nur einem einzigen Polizisten ein Fehlverhalten. 2011 erstattete die Familie von Darius Evangelista Anzeige wegen Folter. Daraufhin strengte das Justizministerium ein Verfahren gegen sieben Polizisten und Polizistinnen und weitere Verdächtige an, einige von ihnen befinden sich jedoch noch auf freiem Fuß. Die Angeklagten plädieren alle auf nicht schuldig, und das Gerichtsverfahren dauert noch an.
Die Familie von Darius Evangelista hat inzwischen aus Angst um ihre Sicherheit ihre Wohnung verlassen.
Ich bitte Sie eindrücklich sofort Untersuchungen zu den Foltervorwürfen, dem Verschwinden und der außergerichtlichen Hinrichtung von Darius Evangelista einzuleiten. Ich bin besorgt darüber, dass immer noch einige Personen frei sind, obwohl ihre Verhaftung angeordnet wurde. 
Bitte teilen sie mir mit, wie Sie sicherstellen wollen, dass alle Beteiligten an diesem Verbrechen in Kürze festgenommen werden.

Mit freundlichen Grüßen
 


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de


Anschreiben 
in Englisch als Druckausgabe:
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Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
pdf
 

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