briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS APRIL 2013
USA - 
BALD 500. HINRICHTUNG IN TEXAS
 
 
Im US-Bundesstaat Texas soll bald die 500. Hinrichtung seit der Wiederaufnahme von Hinrichtungen im Jahr 1982 vollzogen werden. Seit der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten im Jahr 1976 neue Gesetze zur Todesstrafe verabschiedet hat, wurden über ein Drittel aller Hinrichtungen in den USA in Texas durchgeführt.
Die Bundesstaaten auf Platz zwei bis sieben dieser Rangliste - Virginia, Oklahoma, Florida, Missouri, Alabama, Georgia und Ohio - haben zusammen mehr als 500 Todeskandidaten hingerichtet.
Seit 2007 haben vier Staaten - New Jersey, New Mexico, Illinois und Connecticut - gesetzliche Regelungen zur Abschaffung der Todesstrafe getroffen. In Texas hingegen gehen die Hinrichtungen unvermindert weiter. Mehr als 250 Hinrichtungen haben seit Amtsantritt des derzeitigen Gouverneurs Rick Perry im Dezember 2000 bereits stattgefunden. Die Zahl der Hinrichtungen während der fünfjährigen Amtszeit seines Vorgängers George W. Bush beläuft sich auf 152.
In den vergangenen drei Jahrzehnten hat Texas mit seinen Hinrichtungen regelmäßig gegen internationale Schutzmaßnahmen verstoßen. Beispielsweise wurden Personen hingerichtet, deren Schuld nicht einwandfrei bewiesen war, sowie geistig schwerbehinderte Menschen, Angeklagte, denen ein angemessener Rechtsbeistand verwehrt wurde, und Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft, denen ihre konsularischen Rechte vorenthalten wurden. Bevor der Oberste Gerichtshof 2002 die Hinrichtung von StraftäterInnen mit "geistiger Behinderung" und 2005 das Hinrichten von Personen, die zum Tatzeitpunkt unter 18 Jahre alt waren, verbot, verzeichnete Texas mehr dieser Hinrichtungen als jeder andere Bundesstaat.
Studien zeigen durchgehend, dass die Rasse, insbesondere die des Opfers, in den USA bei der Verhängung der Todesstrafe eine entscheidende Rolle spielt. In 70 Prozent der Fälle, in denen der Täter in Texas wegen Mordes verurteilt und hingerichtet wurde, waren Weiße unter den Opfern, in 13 Prozent der Fälle gab es auch schwarze Opfer. Drei Weiße erhielten die Todesstrafe für die Ermordung ausschließlich schwarzer Opfer, während umgekehrt 100 Schwarze für Straftaten hingerichtet wurden, bei denen die Opfer ausschließlich weiß waren.
Schreiben Sie bitte an Gouverneur Perry und fordern Sie ihn auf, sich für die Abschaffung der Todesstrafe einzusetzen und hinsichtlich der jeweiligen Einzelfälle mit dem texanischen Begnadigungsausschuss zusammenzuarbeiten, um Hinrichtungen zu verhindern.

Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch an:

Gouverneur von Texas
Rick Perry
Office of the Governor
PO Box 12428, Austin
Texas 78711-2428
USA
(Anrede: Dear Governor / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (00 1) 512 463 1849

(Standardbrief Luftpost bis 20g € 0,75)

Senden Sie eine Kopie Ihres Schreibens an:

Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika
S. E. Herrn Philip Dunton Murphy
Pariser Platz 2
10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über Kontaktformular:
http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm


Sie können dazu einen in deutscher oder englischer Sprache verfassten Brief downloaden. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:

Sehr geehrter Her Gouverneur,

ich schreibe Ihnen, um Sie dazu aufzufordern, sich für die Abschaffung der Todesstrafe in Texas einzusetzen.

Seit 1976 wurde über ein Drittel aller Hinrichtungen in den USA in Texas durchgeführt. Bald soll die 500. Hinrichtung seit der Wiederaufnahme von Hinrichtungen im Jahr 1982 vollzogen werden. Mit seinen Hinrichtungen hat Texas in den letzten dreißig Jahren regelmäßig gegen internationale Schutzmaßnahmen verstoßen. So wurden zum Beispiel geistig schwerbehinderte Menschen und Personen, deren Schuld nicht einwandfrei bewiesen war, hingerichtet. 

Amnesty International lehnt die Todesstrafe ab, weil sie das Recht auf Leben verletzt. 
Ich fordere Sie dazu auf, sich dafür einzusetzen, dass die Todesstrafe in Texas abgeschafft wird. Bitte arbeiten Sie hinsichtlich der jeweiligen Einzelfälle mit dem texanischen Begnadigungsausschuss zusammen, um Hinrichtungen zu verhindern.

Mit freundlichen Grüßen
 


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de

Anschreiben 
in Englisch als Druckausgabe:
pdf
rtf
Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
pdf
rtf

zurück
home
ai allgemein
Mitglied werden
amnesty deutschland
ai in soest
presse
kontakt
impressum
aktuelles
briefe gegen     das vergessen