briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS DEZEMBER 2012

BEWOHNERINNEN UND BEWOHNER VON BODO - NIGERIA
Residents of Bodo - LWM 2012 stamp artwork: © Amnesty International
Seit Jahrhunderten lebten die Menschen in Bodo, einer kleinen Stadt im Nigerdelta, von Fischfang und Landwirtschaft. Am 28. August 2008 veränderte sich ihr Leben schlagartig, als durch ein Leck in einer Ölpipeline des Shell-Konzerns Tausende Barrel Öl in diesen Bereich des Deltas liefen. Das Wasser und das Land rund um die Stadt Bodo wurden innerhalb kürzester Zeit mit Öl verseucht. Das Austreten des Öls wurde erst am 7. November 2008 gestoppt. Im Dezember 2008 trat ein erneutes Leck auf, das dazu führte, dass zehn weitere Wochen lang Öl auslief. Beide Vorfälle wurden durch Materialversagen verursacht.
Das Öl hat den Bewohnern von Bodo ihre Lebensgrundlage genommen und die Umwelt zerstört. Die Fische in der Bucht starben oder wurden durch die Verschmutzung vertrieben. Bis heute wurde der Ölteppich nicht vollständig beseitigt, sodass Land und Wasser noch immer verseucht sind und keine Erträge abwerfen. Der Schaden für die Fischerei und die Landwirtschaft hat in Bodo zu Nahrungsmittelknappheit und hohen Lebensmittelpreisen geführt. Viele Menschen in Bodo sind durch die Ölunfälle noch weiter in die Armut gedrängt worden. Außerdem stellt die Verseuchung von Boden, Wasser und Luft ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko für sie dar.
Nachdem es im Juni 2012 erneut zu einem Leck gekommen ist, nehmen die Befürchtungen zu, dass die Shell-Pipeline durch ihr Alter brüchig geworden ist.
Zeigen Sie sich solidarisch mit den Menschen in Bodo.
Machen Sie ein Foto von sich, auf dem Sie ein Schild mit dem englischen Text: "We support the Bodo community" oder "Clean up the Bodo oil spills" halten. Veröffentlichen Sie Ihr Foto auf: http://www.flickr.com/photos/medianaija/
Schreiben Sie bitte höflich formulierte Briefe an den Staatspräsidenten von Nigeria und fordern Sie ihn auf, die Umweltverschmutzung in Bodo und ihre Auswirkungen auf die dort lebenden Menschen zu untersuchen und sicherzustellen, dass das Öl beseitigt wird. Fordern Sie ihn auf, sich öffentlich zu Transparenz zu verpflichten, alle Informationen zur Säuberungsaktion zugänglich zu machen und sicherzustellen, dass die betroffenen Gemeinden für ihre Verluste entschädigt werden. Bitten Sie ihn zudem, einen Untersuchungsausschuss einzusetzen, der prüft, ob Shell die Umweltauflagen und -gesetze im Nigerdelta erfüllt, und fordern Sie die Veröffentlichung der Ergebnisse.

Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch an:
President Goodluck Jonathan
President of the Federal Republic of Nigeria
Office of the President
Nigerian Presidential Complex, Aso Rock
Abuja
Federal Capital Territory
NIGERIA
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)

Senden Sie eine Kopie Ihres Schreibens an:

Botschaft der Republik Nigeria
S.E. Herr Abdu Usman Abubakar
Neue Jakobstraße 4
10179 Berlin
Fax: 030 - 2123 0164
E-Mail: info@nigeriaembassygermany.org


Sie können dazu einen in deutscher oder englischer Sprache verfassten Brief downloaden. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:

Exzellenz,

am 28. August 2008 traten im Nigerdelta Tausende Barrel Öl durch ein Leck in einer Öl-Pipeline des Shell-Konzerns aus. Das Auslaufen des Öls wurde erst am 7. November 2008 gestoppt.  Im Dezember desselben Jahres trat erneut wochenlang Öl aus. 
Das Öl hat den Bewohnern von Bodo, die von Fischfang und Landwirtschaft leben, ihre Lebensgrundlage genommen und die Umwelt zerstört. Bis heute wurde der Ölteppich nicht vollständig beseitigt. Der Schaden für die Fischerei und die Landwirtschaft hat in Bodo zu Nahrungsmittelknappheit und hohen Lebensmittelpreisen geführt. Außerdem stellt die Verseuchung von Boden, Wasser und Luft ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar.?
Im Juni 2012 kam es erneut zu einem Leck. 

Bitte sorgen Sie dafür, dass die Umweltverschmutzung in Bodo und ihre Auswirkungen auf die Menschen dort untersucht wird. Stellen Sie sicher, dass das Öl beseitigt wird, und sorgen Sie dafür, dass alle Informationen zur Säuberungsaktion zugänglich gemacht werden.  Stellen Sie bitte auch sicher, dass die betroffenen Gemeinden für ihre Verluste entschädigt werden. Bitte setzen Sie außerdem einen Untersuchungsausschuss ein, der prüft, ob Shell die Umweltauflagen und -gesetze im Nigerdelta erfüllt, und veröffentlichen Sie die Ergebnisse. 

Mit freundlichen Grüßen 
 


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de

Anschreiben 
in Englisch als Druckausgabe:
pdf
rtf
Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
pdf
rtf

zurück
home
ai allgemein
Mitglied werden
amnesty deutschland
ai in soest
presse
kontakt
impressum
aktuelles
briefe gegen     das vergessen