briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS APRIL 2012

AZIMJAN ASKAROV
Azimjan Askarov: © Privat
Azimjan Askarov sitzt in einer unterirdischen Einzelzelle im Gefängnis Nr. 47 in Bischkek. Ein Gericht hat den Menschenrechtsverteidiger zu lebenslanger Haft verurteilt. Amnesty International betrachtet ihn jedoch als gewaltlosen politischen Gefangenen, der allein wegen seiner legitimen Menschenrechtsarbeit in Haft gehalten wird. Azimjan Askarov ist der Direktor der unabhängigen Menschenrechtsorganisation Vozdukh (Luft). Viele Jahre lang hatte er Fälle von Misshandlungen durch die Polizei in der Region Dschalal-Abad im Süden Kirgisistans dokumentiert.
Azimjan Askarov wurde am 10. Juni 2010 festgenommen, nachdem er gewaltsame Zusammenstößen zwischen ethnischen kirgisischen und usbekischen Gruppen dokumentiert hatte. Seinen Angaben zufolge wurde er in den ersten drei Tagen der Haft brutal geschlagen, um ihn zu zwingen, den Mord an einem Polizisten "zu gestehen" und andere Personen zu belasten.
In der Untersuchungshaft wurde Azimjan Askarov weiter misshandelt und im August 2010 unter Anklage gestellt, u.a. wegen des Lagerns von Munition und der Beteiligung an einem Mord. Er bestreitet jedoch alle Anklagepunkte. Im November 2010 brachte man ihn ins Krankenhaus, nachdem er aufgrund der Misshandlungen im Gefängnis zusammengebrochen war.
Als ihn im Juni 2011 eine Delegation von Amnesty International im Gefängnis besuchte, erklärte Azimjan Askarov: "Ich sollte nicht hier sein. Sie haben meiner Frau und mir alles genommen, was uns lieb und wert war... Sie haben unser schönes Haus verwüstet und unseren Garten zerstört ... Sie haben mein Büro niedergebrannt. Und meinen Bruder so brutal geschlagen, dass er jetzt behindert ist. Meine Frau ist krank, und meine Söhne halten sich meist versteckt.
Der Oberste Gerichtshof von Kirgisistan hat im Dezember 2011 die lebenslange Gefängnisstrafe bestätigt. Amnesty International ist in großer Sorge um Azimjan Askarov, weil er sich in schlechter gesundheitlicher Verfassung befinden soll und nicht die erforderliche medizinische Versorgung erhält.
Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Präsidenten von Kirgisistan und fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung des Menschenrechtlers Azimjan Askarov. Amnesty International betrachtet ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen.

Schreiben Sie in gutem Kirgisisch, Russisch, Englisch oder auf Deutsch an

Almazbek Atambaev
President
Government House
Bishkek 720003
Kirgisistan
Fax: (00 996) 31262 5012
(korrekte Anrede: Dear President / Sehr geehrter Herr Präsident)
(Standardbrief Luftpost bis 20g: € 0,75)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an

Botschaft der Kirgisischen Republik
S. E. Herrn Dr. Bolot Otunbaev
Otto-Suhr-Allee. 146, 10585 Berlin
Fax: 030-3478 1362
E-Mail: info@botschaft-kirgisien.de


Sie können dazu einen in deutscher oder englischer Sprache verfassten Brief downloaden. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:

Sehr geehrter Herr Präsident,

Azimjan Askarov ist Direktor der unabhängigen Menschenrechtsorganisation „Vozdukh“ und dokumentierte jahrelang Fälle von Misshandlungen durch die Polizei. Im Juni 2010 wurde er festgenommen, nachdem er gewaltsame Zusammenstöße zwischen ethnisch kirgisischen und usbekischen Gruppen dokumentiert hatte. 
Azimjan Askarov gibt an, dass er in den ersten Tagen in Haft geschlagen wurde. Zudem soll er gezwungen worden sein, den Mord an einem Polzisten „zu gestehen“. Im August 2010 wurde er wegen des Lagerns von Munition und der Beteiligung an einem Mord angeklagt und zu lebenslanger Haft verurteilt. 
Im Gefängnis wurde Azimjan Askarov misshandelt. Er ist in schlechter gesundheitlicher Verfassung und erhält nicht die erforderliche medizinische Behandlung.

Amnesty International betrachtet Azimjan Askarov als gewaltlosen politischen Gefangenen, der nur aufgrund seiner Menschenrechtsarbeit in Haft gehalten wird. Deswegen fordere ich Sie auf, Azimjan Askarov unverzüglich und bedingungslos freizulassen. 

Mit freundlichen Grüßen 
 


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de

Anschreiben 
in Englisch als Druckausgabe:
pdf
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Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
pdf
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