briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS MÄRZ 2012

KHUN KAWRIO
Khun Kawrio: © KNGY
Der politisch engagierte Khun Kawrio wurde am 10. März 2008 gemeinsam mit Khun Bedu und Khun Dee De festgenommen. Die drei jungen Aktivisten der ethnischen Gruppe der Karen wurden in der Haft gefoltert oder anderweitig misshandelt und zu Freiheitsstrafen zwischen 35 und 37 Jahren verurteilt. Während Khun Bedu und Khun Dee De am 13. Januar 2012 im Zuge einer Amnestie wieder frei kamen, befindet sich Khun Kawrio nach wie vor im Gefängnis.
Die drei Aktivisten sind festgenommen und zu Haftstrafen verurteilt worden, weil sie eine an Jugendliche gerichtete Kampagne angeführt und dazu aufgerufen hatten, bei einem anstehenden Referendum über eine neue Verfassung mit "Nein" zu stimmen. Khun Kawrio wurde nach der Festnahme 15 Tage lang verhört und während dieser Zeit mit Stöcken geschlagen und mit Fußtritten gequält. Um ihn am Schreien zu hindern, wurde ihm der Mund zugeklebt. Khun Kawrio musste auf Steinen knien, und es wurde ihm eine Plastiktüte über den Kopf gestülpt. Zudem wurde er gezwungen, stundenlang in der prallen Sonne auszuharren. Ihm wurde Wasser in einer Weise verabreicht, dass er zu ersticken drohte. Durch das Wasser in der Lunge hatte er mehrere Monate lang Schwierigkeiten beim Atmen. Während all der Zeit blieb Khun Kawrio ohne jede medizinische Versorgung.
Die Militärbehörden verurteilten Khun Kawrio und seine beiden Mitaktivisten ohne Gerichtsverfahren zu Freiheitsstrafen. Gegen Khun Kawrio erging auf der Grundlage von fünf verschiedenen Gesetzen eine Haftstrafe von insgesamt 37 Jahren. Derzeit sitzt er mehr als 260 Kilometer von Wohnort seiner Familie entfernt im Gefängnis von Meiktila ein. Dies macht es für seine Familie äußerst mühsam, ihn zu besuchen oder ihn mit Medikamenten, Kleidung oder zusätzlich zu den gefängnisüblichen mageren Essensrationen mit Lebensmitteln zu versorgen.
Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Innenminister von Myanmar. Begrüßen Sie die am 13. Januar 2012 erfolgte Freilassung von Khun Bedu und Khun Dee De und fordern Sie, den gewaltlosen politischen Gefangenen Khun Kawrio ebenfalls umgehend und bedingungslos aus der Haft zu entlassen.

Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch an

Lt. Gen. Ko Ko
Ministry of Home Affairs
Office No. 10
Nay Pyi Taw
MYANMAR
(korrekte Anrede: Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)

Standardbrief Luftpost bis 20g: € 0,75

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an

Botschaft der Union Myanmar
S.E. Herrn U Tin Win
Thielallee 19
14195 Berlin
Fax: 030 - 2061 5720
E-Mail: info@botschaft-myanmar.de


Sie können dazu einen in deutscher oder englischer Sprache verfassten Brief downloaden. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:

Sehr geehrter Herr Minister,

am 10. März 2008 wurden die drei jungen Aktivisten Khun Kawrio, Khun Bedu und Khun Dee De festgenommen, weil sie mit einer Kampagne dazu aufgerufen hatten, bei einem Referendum über eine neue Verfassung mit „Nein“ stimmen. Die drei Männer, die der ethnischen Gruppe der Karen angehören, wurden in Haft gefoltert und ohne Gerichtsverfahren zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt.

Khun Kawrio wurde nach der Festnahme 15 Tage lang verhört. In dieser Zeit wurde er misshandelt und gefoltert. Unter anderem zwang man ihn, auf Steinen zu knien oder stundenlang in der Sonne auszuharren. Das Gefängnis von Meitikla, in dem er nun einsitzt, ist 260 km vom Wohnort seiner Familie entfernt. Für seine Angehörigen ist es deshalb sehr schwierig, ihn zu besuchen oder mit Medikamenten, Kleidung oder Lebensmitteln zu versorgen.

Am 13. Januar 2011 wurden Khun Bedu und Khun Dee De im Zuge einer Amnestie entlassen, doch Khun Kawrio ist weiterhin inhaftiert. Ich begrüße die Freilassung der beiden Aktivisten und fordere Sie dazu auf, zu veranlassen, dass auch Khun Kawrio, der von Amnesty International als gewaltloser politischer Gefangener angesehen wird, umgehend und bedingungslos aus der Haft entlassen wird. 

Mit freundlichen Grüßen 

 


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de

Anschreiben 
in Englisch als Druckausgabe:
pdf
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Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
pdf
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