briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS JUNI 2009

Indonesien
 

Johan Teterissa

Am 29. Juni 2007 organisierte Johan Teterissa zusammen mit 21 weiteren Aktivisten bei einer Veranstaltung in Anwesenheit von Staatspräsident Susilo Bambamg Yudhoyono eine friedliche Protestkundgebung. Die Polizei löste die Demonstration auf und nahm die 22 Personen fest. Es wurde Anklage erhoben. Alle bis auf einen wurden zu Gefängnisstrafen zwischen sieben und zwanzig Jahren verurteilt. Der letzte Angeklagte wartet noch auf seinen Prozess.
Die Aktivisten nutzten eine Regierungsfeier in Ambon, der Hauptstadt der Provinz Maluku, für ihren Protest. Die 22 Demonstranten, hauptsächlich Lehrer und Bauern, führten vor dem Präsidenten einen traditionellen Kriegstanz auf und entrollten dann eine Fahne der Unabhängigkeitsbewegung "Republic of South Maluku". Polizisten zwangen die Demonstranten sogleich, den Ort zu verlassen und schlugen sie mit Gewehrkolben. Die Schläge setzten sie auch während des Abtransports fort.
Verlässlichen Quellen zufolge wurden die Demonstranten in den folgenden elf Tagen zu drei verschiedenen Polizeistationen gebracht. Die Prügel wurde auf jedem Revier fortgesetzt, am schlimmsten jedoch bei der Antiterroreinheit Densus-88 in Tantui Base. Densus-88-Beamte traten und schlugen die Gefangenen mit Gewehrkolben, zwangen sie auf dem Bauch über heißen Asphalt zu kriechen, schlugen sie mit Elektrokabeln und drückten ihnen Billardkugeln in den Mund. 
Man feuerte Schüsse direkt neben ihren Ohren ab, was in einigen Fällen zu Taubheit auf einem Ohr geführt haben soll. Einige Gefangene zwang man, schriftlich zu erklären, dass sie keinen Anwalt bräuchten. Anderen wurden Anwälte zugesprochen, die ihnen empfahlen, sich schuldig zu bekennen und auf ihr Einspruchsrecht zu verzichten. 
Johan Teterissa, der den Protest angeführt hatte, wurde am 4. April 2008 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Strafe wurde im Berufungsverfahren auf 15 Jahre herabgesetzt.
Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Vorsitzenden der indonesischen Menschenrechtskommission, in denen Sie ihn auffordern, die Freilassung von Johan Teterissa und den anderen 21 Aktivisten zu erwirken. Verlangen Sie außerdem eine unabhängige Untersuchung der Folter- und Misshandlungsvorwürfe.

Schreiben Sie in gutem Indonesisch, Englisch oder auf Deutsch an

fdhal Kasim
Chair of the Indonesian Human Rights Commission (Komas HAM)
Jln, Latuharhari 4B
Jakarta Pusat 10310
INDONESIEN
(korrekte Anrede: Dear Chairman)
Fax: (00 62) 21 39 12 026
Standardbrief Luftpost bis 20g: € 1,70
Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an
Botschaft der Republik Indonesien
Herrn Wajid Fauzi, Geschäftsträger a.i., Gesandter
Lehrter Straße 16-17, 10557 Berlin
Fax: 030-4473 7142


Sie können dazu einen in deutscher oder englischer Sprache verfassten Brief herunterladen. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

 angesichts von Berichten über den Fall von Johan Teterissa, der zur Zeit eine 15-jährige Haftstrafe verbüßt, bin ich sehr besorgt. Johan Teterissa und 21 weitere haben am 29. Juni 2007 eine friedliche Protestkundgebung im Rahmen einer Veranstaltung organisiert, an der auch Präsident Susilo Bambamg Yudhoyono anwesend war. Die Aktivisten benutzen eine Regierungsfeier in Ambon, der Hauptstadt der Provinz Maluku, für ihren Protest. Sie führten vor dem Präsidenten einen traditionellen Kriegstanz auf und entrollten dann die Fahne der Unabhängigkeitsbewegung „Republic of South Maluku“. Die Demonstration wurde von der Polizei aufgelöst. Die Demonstranten wurden mit Gewehrkolben geschlagen. Berichten zufolge wurde die Prügel während des Abtransports und der folgenden elf Tage fortgesetzt, als sie in drei verschiedenen Polizeistationen inhaftiert waren, insbesondere bei der Antiterroreinheit Densus-88 in Tantui Base. Die Gefangenen wurden mit Gewehrkolben und Elektrokabeln geschlagen und wurden gezwungen auf dem Bauch über heißen Asphalt zu kriechen. Billiardkugeln wurden ihnen in den Mund gedrückt und Schußwaffen direkt neben ihren Ohren abgefeuert, was in einigen Fällen zu Taubheit führte. Einige Gefangene wurden gezwungen, Erklärungen zu unterschrieben, dass sie keine Anwälte benötigten; andere bekamen Anwälte zugewiesen, die ihnen rieten sich schuldig zu bekennen und auf Einsprüche zu verzichten. Der Großteil der Demonstranten wurde inzwischen zu Haftstrafen zwischen 7 und 20 Jahren verurteilt. 
Deshalb fordere ich Sie auf, alle notwendigen Schritten einzuleiten, um sicherzustellen, dass Johan Teterissa und die 21 anderen sofort und bedingungslos freigelassen werden, das sie politische Gefangene sind, die allein wegen der friedlichen Äußerung ihrer Meinung inhaftiert sind. Darüberhinaus fordere ich Sie auf, eine unabhängige und gründliche Untersuchung der Folter- und Mißhandlungsvorwürfe einzuleiten. 

Bitte informieren Sie mich über die weitere Entwicklung dieser ernsten Angelegenheit. 

Mit freundlichen Grüßen
 


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de

Anschreiben 
(Übersetzung) in Englisch als Druckausgabe:
pdf
rtf
Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
pdf
rtf

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