briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS DEZEMBER 2008

Republik Mosambik
 

Abranches Afonso Penicelo

Abranches Afonso Penicelo starb am 15. August 2007 im Krankenhaus an den Folgen eines Angriffs durch die Polizei. Am Tag zuvor hatten fünf Polizeibeamte Penicelo zu Hause abgeholt und ihn in ein etwa 140 Kilometer entferntes, abgelegenes Gebiet gebracht.
Abranches Afonso Penicelo:© Amnesty
Dort prügelten die Polizeibeamten so lange auf ihn ein, bis er das Bewusstsein verlor, schossen ihm in den Nacken, zündeten ihn an und ließen ihn zurück, da sie ihn für tot hielten. Doch er überlebte und schaffte es, sich zu einer nahe gelegenen Straße zu schleppen. Man fand ihn und brachte ihn in ein Krankenhaus, wo er am folgenden Tag verstarb.
Abranches Penicelos Tod ist der Höhepunkt einer zehn Jahre währenden Schikane durch die Polizei. Im September 1997 durchsuchten Polizeibeamte das Haus der Familie, nahmen Schmuck, Geld, Autos und anderes Eigentum mit. Abranches Penicelo und seine Brüder wurden festgenommen und des Straßenraubes beschuldigt. Seine Brüder ließ man ohne Anklage frei, doch Abranches Penicelo blieb bis Januar 1999 inhaftiert. Im Dezember 1999 sprach ein Gericht ihn freigesprochen und ordnete die Rückgabe der beschlagnahmten Eigentümer an, die bisher nicht erfolgt ist.
Abranches Penicelo wurde am 13. Februar 2007 erneut wegen Raubes festgenommen und in der Haft offenbar geschlagen. Der damalige eneralstaatsanwalt eröffnete ein Verfahren gegen die Polizei, das am 7. August 2007 vor Gericht gelangen sollte, doch aus nicht bekannten Gründen vertagt wurde. Eine Woche später wurde Penicelo umgebracht.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Generalstaatsanwalt von Mosambik, in denen Sie den Fall kurz beschreiben und Ihre Bestürzung darüber zum Ausdruck bringen, dass Abranches Afonso Penicelo von Polizisten getötet wurde. Fordern Sie, dass die Umstände seines Todes unverzüglich, unparteiisch und gründlich untersucht und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

Schreiben sie in gutem Portugiesisch, englisch oder auf deutsch an

Sr. Dr. Augusto Paulino
Procurador Geral da República
Procuradoria Geral da República
Maputo
MOSAMBIK
Fax: 00258-21-49 27 58 / 80
(korrekte Anrede: Excelência (Your Excellency)
(Standardbrief Luftpostbrief bis 20g: € 1,70)
Senden sie bitte eine Kopie ihres Schreibens an
Botschaft der Republik Mosambik
S.E. Herrn Carlos Dos Santos
Stromstr. 47
10551 Berlin
Fax: 030-39 87 65 03
E-Mail: emoza@aol.com


Sie können dazu einen in deutscher oder englischer Sprache verfassten Brief herunterladen. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:

Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt,

 angesichts von Berichten über den Fall von Abranches Afonso Penicelo bin ich sehr besorgt. 

Abranches Penicelo starb am 15. August 2007 in einem Krankenhaus an den Folgen eines Angriffs durch die Polizei. Am Tag zuvor hatten fünf Polizisten Penicelo zuhause aufgesucht und ihn in ihr Auto gezwungen. 
Sie hatten ihn in ein abgelegenes Gebiet mitgenommen. Dort schlugen sie ihn bewußtlos, schossen ihm ins Genick, zündeten ihn an und verließen den Ort. Jedoch konnte sich Penicelo zu einer nahegelgenen Straße schleppen, wo er von Einheimischen gefunden und in ein Krankenhaus gebracht wurde. 
Die Familie meldete den Fall noch am selben Abend der Polizei und mehrere hohe Beamte besuchten Penicelo im Krankenhaus, um seine Aussage aufzunehmen. 
Abranches Penicelo's Tod ist der traurige Höhepunkt einer zehnjährigen Schikane durch die Polizei. Im September 2007 hatten Polizisten das Haus der Famile durchsucht und Schmuck, Geld, Autos und anderes Eigentum mitgenommen. Abranches Penicelo und seine Brüder waren verhaftet und beschuldigt worden, Straßenraub begangen zu haben. 

Während seine Brüder ohne Anklage wieder freigelassen wurden, blieb Abranches Penicelo für ein Jahr und fünf Monate im Gefängnis, bis er im Dezember 1999 von einem Gericht freigesprochen wurde. 
Das Gericht ordnete die Rückgabe des Eigentums der Familie an, was bis heute nicht geschehen ist. 
Abranches Penicelo war am 13. Feb 2007 erneut von den Beamten, die nun im Verdacht stehen, ihn ermordet zu haben, wegen Raubes verhaftet worden. Er soll in Haft geschlagen worden sein.  Das Verfahren wurde am 13. Mrz 2007 eingestellt. 
Obgleich das Gericht seine sofortige Freilassung angeordnet hatte, wurde er noch weitere fünf Tage festgehalten. 
Der damalige Generalstaatsanwalt hatte deswegen ein Verfahren gegen die Polizei eingeleitet. 
Die Verhandlung des Falles sollte am 7. Aug 2007 stattfinden, fand aber aus unbekannten Gründen nicht statt. Eine Woche später wurde Penicelo ermordet.

Daher fordere ich Sie dringend auf, sofort eine unabhängige und gründliche Untersuchung der Todesumstände von  Abranches Afonso Penicelo's einzuleiten und dafür Verantwortlichen von Gericht zu stellen. 

Bitte informieren Sie mich über die weitere Entwicklung dieser ernsten Angelegenheit. 
 


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de

Anschreiben 
(Übersetzung) in Englisch als Druckausgabe:
pdf
rtf
Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
pdf
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