briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS OKTOBER 2008

El Salvador
 

Ernestina und Erlinda Serrano Cruz

Die Schwestern Ernestina (7 Jahre) und Erlinda Serrano Cruz (3) gelten seit dem 2. Juni 1982, als sie in der Stadt Chalatenango von Angehörigen der salvadorianischen Armee verschleppt wurden, als "verschwunden".
Mehr als 700 Kindern fielen in El Salvador während des Bürgerkriegs (1980-92) dem "Verschwindenlassen" zum Opfer. 
Wie in vielen anderen Fällen wurde erst nach dem Ende des bewaffneten Konflikts Anzeige erstattet. Die Mutter, María Victoria Cruz Franco, reichte 1993 bei einem
Gericht in Chalatenango Klage wegen der Entführung ihrer Töchter ein.
Die rechtlichen Verfahren führten jedoch zu keinen Ergebnissen. Der Inter- amerikanische Gerichtshof für Menschenrechte wies die salvadorianische Regierung am 1. März 2005 an, das "Verschwinden" der beiden Schwestern aufzuklären und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. Zudem forderte der Gerichtshof die Behörden von El Salvador auf, eine Kommission zur Aufklärung des Schicksals der "verschwundenen" Kinder sowie eine DNS-Datenbank zu ihrer Identifizierung einzurichten.
Daraufhin wurde zwar eine Kommission einberufen, die aber nicht den Vorgaben des Gerichtshofs entsprach. Die Einrichtung einer DNS-Datenbank steht offenbar noch aus.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an die Außenministerin von El Salvador, in denen Sie sie auffordern, der Anweisung des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 1. März 2005 uneingeschränkt nachzukommen. Die Behörden El Salvadors müssen umgehend eine umfassende Untersuchung des "Verschwindens" von Ernestina und Erlinda Serrano Cruz einleiten und die dafür Verantwortlichen vor Gericht stellen. Sie sollen außerdem sicherstellen, dass die bereits eingerichtete Kommission zur Ermittlung des Schicksals "verschwundener" Kinder entsprechend den Vorgaben des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte reformiert wird. Zudem muss die Regierung eine DNS-Datenbank aufbauen, um die Identifizierung der "Verschwundenen" zu ermöglichen.

Schreiben Sie in gutem Spanisch, englisch oder auf deutsch an:

Sra. Marisol Argueta de Barillas,
Foreign Affairs Minister/Ministra de Relaciones Exteriores, Ministerio
de Relaciones Exteriores,Calle El Pedregal,
Blvd. Cancillería , Ciudad Merliot ,
Antiguo, Cuscatlan, EL SALVADOR
Fax: (00 503) 2243 9658
(Standardbrief Luftpostbrief bis 20g: € 1,70)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:

Botschaft der Republik El Salvador
S.E. Herrn Edgardo Carlos
Suárez Mallagray
Joachim-Karnatz-Allee 47 / Ecke Paulstraße, 2. Obergeschoß,
10557 Berlin
Fax: 030-2248 8244
E-Mail: embasalvarfa@googlemail.com


Sie können dazu einen in deutscher oder englischer Sprache verfassten Brief downloaden.  (siehe unten)
Hier der deutsche Text:

Sehr geehrte Frau Ministerin,  

 angesichts von Berichten über die Fälle von Ernestina und Erlinda Cruz, die Berichten zufolge am 2. Juni 1982 in der Stadt  Chalatenango von Angehörigen der salvadorianischen Armee verschleppt wurden, bin ich sehr besorgt. Die Beiden Schwestern waren damals 7 und 3 Jahre alt. Wie in vielen anderen Fällen von verschleppten und verschwundenen Kindern, traute sich die Mutter María Victoria Cruz Franco erst nach dem Ende des bewaffneten Konflikts 1993 wegen der Entführung ihrer Kinder vor Gericht zu gehen. Das juristische Verfahren blieb ergebnislos. 
Der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrecht wies die salvadorianische Regierung am 1. März 2005 an, das Schicksal der beiden Schwestern aufzuklären und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. Darüber hinaus Forderte der Gerichtshof die salvadorianischen Behörden auf, eine Kommission zur Klärung des Schicksals der „verschwundenen Kinder“ einzuberufen und eine DNS-Datenbank zu ihrer Identifizierung einzurichten. Eine solche Kommission wurde einberufen, jedoch scheint sie nicht den Vorgaben des Gerichtshofs zu entsprechen. Die Datenbank wurde bislang noch nicht eingerichtet.
Daher fordere ich Sie dringend auf, den Anweisungen des Interamerikanischen Gerichtshofes für Menschenrechte uneingeschränkt nachzukommen. Dies bedeutet insbesondere den Umbau der bereits eingerichteten Kommission gemäß den Vorgaben des Gerichtshofes und die Einrichtung der DNS-Datenbank zur Identifizierung der Kinder.
Darüber hinaus fordere ich Sie dringend auf,  sofort eine umfassende Untersuchung des « Verschwindens »  von Ernestina und Erlinda Cruz einzuleiten und die dafür Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. 

Bitte informieren Sie mich über die weitere Entwicklung dieser ernsten Angelegenheit. 

Mit freundlichen Grüßen


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de

Anschreiben 
(Übersetzung) in Englisch als Druckausgabe:
pdf
rtf
Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
pdf
rtf

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