briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS SEPTEMBER 2008

LAOS
 

Thao Moua und Pa Fue Khang

Thao Moua (Foto) und Pa Fue Khang, die der ethnischen Minderheit der Hmong in Laos angehören, wurden 2003 zu zwölf bzw. 15 Jahren Haft verurteilt, weil sie zwei europäische Journalisten und deren Dolmetscher unterstützt hatten.Die Journalisten wollten über die Hmong berichten, die sich in den Dschungelregionen von Laos versteckt halten. 
Thao Moua: © privat
Die Hmong werden immer wieder von Militärangehörigen angegriffen, müssen deshalb ständig ihren Aufenthaltsort wechseln und sind somit Hunger und Krankheiten ausgesetzt.
Thao Moua, Pa Fue Khang und ein dritter Mann namens Char Yang arbeiteten als Führer für die beiden Journalisten. Sie wurden am 4. Juni 2003 festgenommen.
Während der Untersuchungshaft hielt man die drei Männer in Fußketten und schlug sie mit Stöcken und Fahrradketten. Thao Moua und Pa Fue Khang wurden gemeinsam mit den Journalisten und deren Dolmetscher am 30. Juni 2003 in der Provinz Xieng Khouang vor Gericht gestellt. Char Yang konnte aus der Haft entkommen und wurde in Abwesenheit verurteilt.
Das Gerichtsverfahren dauerte nur drei Stunden. Thao Moua und Pa Fue Khang hatten keinen Rechtsbeistand, und der Ausgang des Verfahrens war offenbar schon vorher festgelegt worden. Alle Angeklagten wurden zu langen Haftstrafen verurteilt, die Journalisten und ihr Dolmetscher kamen jedoch auf freien Fuß und wurden am 9. Juli 2003 ausgewiesen.
Nach Einschätzung von Amnesty International war das unfaire Gerichtsverfahren politisch motiviert. Die Behörden verlegten Thao Moua und Pa Fue Khang in das Samkhe-Gefängnis von Vientiane, wo Gefangene, die der ethnischen Gruppe der Hmong angehören, in Gefahr sind, misshandelt und gefoltert zu werden. Zudem verweigert man ihnen häufig die medizinische Versorgung.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Ministerpräsidenten von Laos, in denen Sie eine Neuverhandlung für Thao Moua und Pa Fue Khang fordern, die internationalen Standards für einen fairen Prozess entspricht. Verlangen Sie zudem, dass Ermittlungen zu den Foltervorwürfen eingeleitet werden, die das Ziel verfolgen, die Verantwortlichen zu ermitteln und vor Gericht zu stellen.

Schreiben Sie in gutem Laotisch, Französisch, Englisch oder auf Deutsch an:

Bouasone Bouphavanh,
Prime Minister,
Prime Minister's Office,
Rue Sisavat, Vientiane,
Laos
(korrekte Anrede: Dear Prime Minister)
Fax: 008 56 - 21 21 35 60
(Standardbrief Luftpostbrief bis 20g: € 1,70)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:

Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Laos
S.E. Herrn Bounthong Vongsaly
Bismarckallee 2 a, 14193 Berlin
Fax: 030 - 89 06 06 48


Sie können dazu einen in deutscher oder englischer Sprache verfassten Brief herunterladen. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,  

 angesichts von Berichten über die Fälle von Thao Moua und Pa Fue Khang bin ich sehr besorgt. Thao Moua, Pa Fue Khang und ein dritter Mann namens Char Yang, alle drei Angehörige der ethnischen Minderheit der Hmong ethnic minority, hatten als Führer für zwei europäische Journalisten und ihre Dolmetscher gearbeitet. Die Journalisten hatten beabsichtigt über die Situation der Minderheit der Hmong in Laos zu berichten. Die Gruppe wurde am 4. Juni 2003 festgenommen. Berichten zufolge wurden sie während der Untersuchungshaft mit Stöcken und Fahrradketten geschlagen. Thao Moua und Pa Fue Khang waren am 30. Juni 2003 zusammen mit den Journalisten und ihren Dolmetschern vor Gericht gestellt worden.  In dem nur drei Stunden dauernden Verfahren, bei dem Thao Moua und Pa Fue Khang keinen Rechtsbeistand hatten wurden alle Angeklagten zu hohen Haftstrafen verurteilt. Char Yang, der aus dem Gefängnis geflohen war, wurde in Abwesenheit verurteilt. Die Journalisten und ihre Dolmetscher wurden danach freigelassen und am 9. Juli 2003 des Landes verwiesen, wohingegen Thao Moua und Pa Fue Khang in das Samkhe Gefängnis in Vientiane gebracht wurden, wo Gefangene die der ethnischen Minderheit der Hmong angehören in Gefahr sind mißhandelt und gefoltert zu werden.
 Deshalb fordere ich Sie dringend auf Thao Moua und Pa Fue Khang ein neues Verfahren zu gewähren, das den internationalen Standarts für ein faires Gerichtsverfahren entspricht. 
 Ich fordere Sie ebenfalls dringend auf, eine Untersuchung der Foltervorwürfe einzuleiten und die Verantwortlichen vor gericht zu stellen. 
 
Bitte informieren Sie mich über die weitere Entwicklung dieser ernsten Angelegenheit. 

Mit freundlichen Grüßen
 


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de

Anschreiben 
(Übersetzung) in Englisch als Druckausgabe:
pdf
rtf
Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
pdf
rtf

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