briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS JUNI 2008

JAPAN
 

Okunishi Masaru

Bitte beweisen Sie meine Unschuld, solange ich noch lebe.
Okunishi Masaru im Gespräch mit BesucherInnen im April 2005. 
Okunishi Masaru, 82 Jahre, sitzt seit 1972 in der Todeszelle.
Man verurteilte ihn zum Tode, nachdem man ihn für schuldig befunden hatte, am 28. März 1961 fünf Frauen aus der Stadt Nabari im Süden von Japan vergiftet zu haben. Unter den Opfern befanden sich seine Frau und seine Liebhaberin. Man beschuldigte ihn, ihnen Wein angeboten zu haben, den er mit landwirtschaftlichen Chemikalien versetzt hatte. Man fand jedoch keinen Beweis dafür, dass Okunishi Masaru ihnen das Gift verabreicht hatte.
Okunishi Masaru gestand das Verbrechen nach langen Verhören durch die Polizei, in denen man ihn gefoltert haben soll. Im Gerichtsverfahren zog er sein Geständnis jedoch zurück und wurde aufgrund mangelnder Beweise nicht schuldig gesprochen. Das Urteil wurde in einem Berufungsverfahren durch ein höheres Gericht aufgehoben und man verurteilte ihn zum Tode.
Obwohl er Rechtsmittel einlegte, wurde das Todesurteil am 15. Juni 1972 vom Obersten Gerichtshof bestätigt.
Als er zum siebten Mal Rechtsmittel gegen das Urteil einlegte, kam das Strafgericht in Nagoya schließlich seinem Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens nach, und der Prozess begann im April 2005. Doch das Verfahren wurde eingestellt, vermutlich, weil man befürchtete, dass eine etwaige Aufhebung des Todesurteils in Japan das öffentliche Vertrauen in die Anwendung der Todesstrafe untergraben würde.
Okunishi Masaru hat inzwischen alle zur Verfügung stehenden Rechtsmittel ausgeschöpft und könnte jederzeit hingerichtet werden, es sei denn, der Justizminister begnadigt ihn, oder das Verfahren würde erneut aufgenommen werden.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den japanischen Justizminister, in denen Sie auf die Umwandlung des Todesurteils gegen Okunishi Masaru drängen und eine erneute Aufnahme des Verfahrens fordern. 

Schreiben Sie in gutem Japanisch, Englisch oder auf Deutsch an:

Minister Hatoyama Kunio
Ministry of Justice
1-1-1 Kasumigaseki
Chiyoda-ku,
Tokyo 100-8977,
JAPAN
(korrekte Anrede: Dear Minister)
Telefax: 00 81 - 3 - 35 92 70 88 oder 00 81 - 3 - 55 11 72 00.
E-Mail: webmaster@moj.go.jp
(Standardbrief Luftpost bis 20g: € 1,70)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:

Botschaft von Japan
S. E. Herrn Herr Toshiyuki ­Takano
Hiroshimastr. 6
10785 Berlin
Telefax: 030 - 21 09 42 22
E-Mail: info@botschaft-japan.de


Sie können dazu einen in deutscher oder englischer Sprache verfassten Brief herunterladen. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:

Sehr geehrter Herr Minister, 

ich bin angesichts von Berichten über den Fall von Okunishi Masaru, der sich seit nun 36 Jahren in der Todeszelle befindet, sehr besorgt. 
Okunishi Masaru war für schuldig befunden worden, am 28. März 1961 in der Stadt Nabari im Süden Japans fünf Frauen ermordet zu haben, darunter seine Ehefrau und seine Geliebte. 
Er war beschuldigt worden den Opfern Wein angeboten zu haben, der mit landwirtschaftlichen Chemikalien versetzt war. Es wurde jedoch kein Beweis dafür gefunden, dass Okunishi Masaru ihren tatsächlich das Gift verabreicht hatte.
Okunishi Masaru hatte das Verbrechen nach langen Verhören durch die Polizei, während derer er Berichten zufolge gefoltert worden sein soll, gestanden. Während des ersten Prozesses hatte er das Geständnis zurückgezogen und wurde aus  Mangel an Beweisen für nicht schuldig befunden. 
Das Urteil wurde jedoch in höherer Instanz aufgehoben und Okunishi Masaru wurde zum Tode verurteilt. Obgleich er Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt hatte, wurde das Urteil am 15. Juni 1972 vom Obersten Gerichtshof bestätigt. 
Als er zum siebten Mal Rechtsmittel gegen das Urteil einlegte, entschied der Strafgerichtshof von Nagoya auf Wiederaufnahme des Verfahrens. Das neue Verfahren begann im April 2005, wurde jedoch bald darauf wieder eingestellt. 
Okunishi Masaru hat nun alle zur Verfügung stehenden Rechtsmittel ausgeschöpft und befindet sich in unmittelbarer Gefahr hingerichtet zu werden.
Meiner Meinung nach handelt es sich bei der Todesstrafe um eine grausame, unmenschliche und erniedrigende Bestrafung, die gegen das grundlegendste Menschenrecht, das Recht auf Leben, verstößt.
Deshalb fordere ich Sie dringend auf, das Todesurteil gengen Okunishi Masaru in eine Haftstrafe umzuwandeln und sich für eine erneute Wiederaufnahme des Verfahrens gegen ihn einzusetzen. 
Bitte informieren Sie mich über die weitere Entwicklung dieser ernsten Angelegenheit. 

Mit freundlichen Grüßen
 


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de

Anschreiben 
(Übersetzung) in Englisch als Druckausgabe:
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Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
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