briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS MAI 2008

Kuba
 

Marcelo Cano Rodríguez

Am 7. April ist Weltgesundheitstag. Der Arzt und Menschenrechtler Marcelo Cano Rodríguez wird diesen Tag im Gefängnis verbringen. Er war am 25. März 2003 in der Stadt Las Tunas festgenommen worden, als er der Festnahme eines anderen Arztes, Jorge Luis García Paneque, nachging. Luis García Paneque, der wie sein Kollege zur unabhängigen kubanischen Ärztevereinigung gehört, war einige Tage zuvor mit vielen weiteren Dissidenten festgenommen worden. Marcelo Cano Rodríguez machte man den Prozess und verurteilte ihn wegen »konterrevolutionärer Aktivitäten« zu 18 Jahren Gefängnis. Er wurde vom Gericht beschuldigt, Gefangene und ihre Familien besucht und Verbindungen zu der internationalen Organisation Ärzte ohne Grenzen zu haben. 
Amnesty International betrachtet ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen. Zurzeit wird er im »Ariza-Gefängnis« in Cienfuegos, etwa 250 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Havanna, festgehalten. Rodríguez ist der landesweite Koordinator der unabhängigen kubanischen Ärzteorganisation und Mitglied der Kommission für Menschenrechte und nationale Versöhnung. Beide Organisationen werden von der Regierung nicht anerkannt.
Das Recht auf ein faires Verfahren ist auf Kuba eingeschränkt, da die Gerichte und Staatsanwälte von der Regierung kontrolliert werden. Die Wahrung des Rechts von Dissidenten auf eine faire und angemessene Verteidigung ist ebenfalls unwahrscheinlich, da Kubaner keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand ihrer Wahl haben; Rechtsanwälte sind grundsätzlich bei der Regierung angestellt. Als solche könnten sie zögern, Staatsanwälte oder vom staatlichen Geheimdienst vorgelegtes Beweismaterial in Frage zu stellen.
Im Februar 2008 begrüßte Amnesty die Freilassung von vier gewaltlosen politischen Gefangenen und Kubas Unterzeichnung von zwei internationalen Menschenrechtsabkommen. Doch mindestens 58 Personen befinden sich weiterhin in Haft. Unter ihnen befinden sich Lehrer, Bibliothekare, Journalisten und Menschenrechtler.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den kubanischen Staatschef, in denen Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung von Marcelo Cano Rodríguez fordern.

Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch an:

Sr. Raúl Castro Ruz
Presidente
Havana
KUBA.
(korrekte Anrede: Your Excellency)
Telefax: 0053 - 7 - 833 30 85
E-Mail: cuba@un.int
(Luftpostbrief bis 20g: €1,70)

Bitte senden Sie eine Kopie Ihres Schreibens an:

Botschaft der Republik Kuba
S.E. Herrn Gerardo Penalver Portal
Stavanger Str. 20
10439 Berlin
Telefax: 030 - 916 45 53
E-Mail: consulberlin@t-online.de


Sie können dazu einen in deutscher oder englischer Sprache verfassten Brief herunterladen. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:
Ihre Exzellenz,

 ich bin sehr besorgt von dem Fall des Arztes Marcelo Cano Rodríguez zu hören, der am 25. März 2003 in der Stadt Las Tunas verhaftet worden war, nachdem er der Verhaftung eines anderen Arztes, Jorge Luis García Paneque, nachgegangen war.
 Marcelo Cano Rodríguez' Kollege, der ebenfalls Mitglieder der Unabhängigen Kubanischen Ärztevereinigung ist, war einige Tage zuvor zusammen mit anderen Dissidenten festgenommen worden.
Marcelo Cano Rodríguez wurde vor Gericht gestellt und wegen « konterrevolutionärer Aktivitäten » zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt. Er wurde beschuldigt, Gefangene und ihre Familien besucht zu haben und Kontakte zu der internationalen Organisation Ärzte ohne Grenzen gehabt zu haben.
Ebenso wie amnesty international betrachte ich Marcelo Cano Rodríguez als einen gewaltlosen politischen Gefangenen, der sich allein auf Grund seiner friedlichen Arbeit in der landesweiten Koordination der Unabhängigen Kubanischen Ärztevereinigung und wegen seiner Mitgliedschaft in der Kommission für Menschenrechte und nationale Versöhnung in Haft befindet.

Daher fordere ich Sie dringend auf Marcelo Cano Rodríguez und alle anderen gewaltlosen politischen Gefangenen sofort und bedingungslos freizulassen.

Bitte informieren Sie mich über die weitere Entwicklung dieser ernsten Angelegenheit. 

Mit freundlichen Grüßen
 


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de

Anschreiben 
(Übersetzung) in Englisch als Druckausgabe:
pdf
rtf
Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
pdf
rtf

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