briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS FEBRUAR 2008

Gambia
 

Chief Ebrima Manneh

Der Journalist Chief Ebrima B. Manneh wurde im Juli 2006 in den Büroräumen der Tageszeitung »Daily Observer« festgenommen. Trotz Berichten, dass er in der Polizeiwache Fatoto gesehen wurde, weiß amnesty international nicht, wo er zurzeit festgehalten wird und befürchtet, dass er dem »Verschwindenlassen« zum Opfer gefallen ist.
Er wurde von Polizisten in Zivil mitgenommen, die Angehörige des Geheimdienstes gewesen sein sollen. Der Geheimdienst bestreitet jedoch jede Beteiligung an der Festnahme und Inhaftierung.
Chief Ebrima Manneh
Nach wiederholten Versuchen seines Vaters und Journalisten-Kollegen herauszufinden, was mit ihm geschehen ist, hat die Regierung im Februar 2007 eine Stellungnahme veröffentlicht, die jede Beteiligung an seiner Festnahme oder Kenntnisse über seinen Aufenthaltsort bestreitet.
Zeugen zufolge brachten Angehörige einer Einsatztruppe der Polizei Chief Manneh im Juli 2007 in das »Royal Victoria Teaching«- Krankenhaus in der Hauptstadt Banjul. Dort sollte er wegen zu hohen Blutdrucks behandelt werden. Diese Zeugenaussagen widersprechen den Behauptungen der Polizeikräfte und des Geheimdienstministers, sie wüssten nichts über seine Festnahme.
Für Chief Mannehs Verhaftung werden widersprüchliche Gründe genannt. Einige Quellen gehen davon aus, dass er nach einer Auseinandersetzung mit Saja Taal, dem leitenden Redakteur des »Daily Observer« und engem Verbündeten des Präsidenten Yahya Jammeh, festgenommen worden ist.
Laut anderen Quellen soll er Informationen an einen ausländischen Journalisten weitergegeben und damit dem Ansehen Gambias geschadet haben. Seine Festnahme wird auch mit dem Versuch in Verbindung gebracht, einen regierungskritischen Artikel im »Daily Observer« abzudrucken.

Schreiben Sie bitte höflich formulierte Briefe an den gambischen Staatspräsidenten, in denen Sie ihn auffordern, unverzüglich den Verbleib des Journalisten Chief Ebrima B. Manneh aufzuklären und seine umgehende und bedingungslose Freilassung anzuordnen.

Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch an:

Dr. A.J.J. Yahya Jammeh
President and Minister of Defence
Private Mail Bag, State House
Banjul, Gambia
Telefax: (00 22 0) 422 7034
E-Mail: info@statehouse.gm
(korrekte englische Anrede: Dear President)
(Standardbrief Luftpost bis 20g: € 1,70)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:

Botschaft der Republik
Gambia
Frau Amie Nyan Alaboson, Geschäftsträgerin a.i.
126, Avenue Franklin
Roosevelt
1050 Brüssel
BELGIEN
Telefax: 00 32 - 2 - 646 32 77


Sie können dazu einen in deutscher oder englischer Sprache verfassten Brief herunterladen. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:
Sehr geehrter Herr Präsident,

 ich bin sehr besorgt, von dem Fall Chief Ebrima Mannehs zu hören, der Berichten zufolge im Juli 2006 „Verschwunden“ ist.
Berichten zufolge wurde er im Juli 2006 im Büro der Zeitung „Daily Observer“ verhaftet und von Polizisten in Zivil mitgenommen.Die Polizisten sollen Mitglieder des Geheimdienstes gewesen sein. Indessen bestreitet der Geheimdienst jede Beteiligung an der Festnahme. Andere Zeugen geben an,  Chief Ebrima Manneh auf der Polizeiwache Fatoto gesehen zu haben.
 In Folge wiederholter Versuche seitens seines Vaters und von Journalistenkollegen herauszufinden, was mit Chief Ebrima Manneh geschehen ist, hat die Regierung Gambias im Februar 2007 eine Stellungnahme veröffentlicht, die jede staatliche Beteiligung an der Festnahme und jede Kenntnis seines Aufenthaltsortes bestreitet. Im Gegensatz dazu haben andere Zeugen angegeben, dass sie Chief Ebrima Manneh im Juli 2007 gesehen hätten, als er von einer Einsatzgruppe der Polizei in das “Royal Victoria Teaching“ Krankenhaus gebracht worden sei, um wegen Bluthochdrucks behandelt zu werden. 
 Amnesty international befürchtet,  dass Chief Ebrima Manneh möglicherweise dem „Verschwindenlassen“ zum Opfer gefallen sein könnte. 
 Deshalb fordere ich Sie dringend auf, sofort seinen Aufenthaltsort ausfindig zu machen und seine bedingungslose und unverzügliche Freilassung anzuordnen.
 
Bitte informieren Sie mich über die weitere Entwicklung dieser ernsten Angelegenheit. 

Mit freundlichen Grüßen


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de

Anschreiben 
(Übersetzung) in Englisch als Druckausgabe:
pdf
rtf
Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
pdf
rtf

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