briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS SEPTEMBER 2007

RUSSLAND
 

Bulat Tschilajew

Bulat Tschilajew, ein Fahrer der Menschenrechtsorganisation »Graschdanskoje Sodejstwje« (Bürgerhilfe), ist seit dem 9. April 2006 nicht mehr gesehen worden. 
An jenem Tag führten tschetschenische und russische Sicherheitskräfte in dem tschetschenischen Dorf Sernowodsk eine Razzia durch.
Die Sicherheitskräfte nahmen einen Bekannten von Bulat Tschilajew fest, um seine Personalien zu prüfen. Der Mann wurde später freigelassen und bat Bulat Tschilajew anschließend, ihn nach Grosny zu fahren. Augenzeugen 
Bulat Tschilajew
gaben später an, an einer Kreuzung uniformierte Männer beobachtet zu haben, die Masken überzogen, als sich das Fahrzeug aus Sernowodsk näherte.
Sie sollen die Straße abgesperrt, die beiden Männer aus dem Auto gezerrt und ihnen Handschellen angelegt haben. Die Sicherheitskräfte fuhren dann mit beiden Fahrzeugen in Richtung Grosny davon.
Nachdem Appellschreiber von ai und anderen regierungsunabhängigen Organisationen die russischen und tschetschenischen Behörden aufgefordert hatten, den Verbleib von Bulat Tschilajew zu klären, bestätigte die tschetschenische Staatsanwaltschaft die Berichte über die Entführung und erklärte, es sei ein Strafverfahren eingeleitet worden.
Zeugen der Entführung konnte die Kennzeichen der beiden Tatfahrzeuge angeben und übergaben den Behörden eine Militärerkennungsmarke, die am Entführungsort gefunden worden war. Der Träger der Kennmarke, der einer Einheit des russischen Verteidigungsministeriums zugeordnet werden konnte, wurde später verhört und gab an, den Anhänger verloren zu haben. Die Ermittlungen wurden jedoch offenbar nicht fortgesetzt. Im Oktober 2006 erfuhr ai aus inoffiziellen Quellen, der Militärangehörige sei im Dienst getötet worden.

Schreiben Sie bitte höflich formulierte Briefe an den Generalstaatsanwalt der Tschetschenischen Republik, in denen Sie fordern, dass das Schicksal von Bulat Tschilajew und seines Bekannten aufgeklärt sowie die für die Entführung Verantwortlichen ermittelt und vor Gericht gestellt werden.

Schreiben Sie in gutem Russisch, Englisch oder auf Deutsch an: 

Valerii Alekseevich Kuznetsov
Prosecutor of the Chechen ­Republic
Office of the Public Prosecutor of the Chechen Republic
Ul. Idrisova 42, g. Grozny, 364000 Russische Förderation
(korrekte englische Anrede: Dear Prosecutor)
Telefax: 007 - 87 12 22 32 63 (kombinierter Telefon-/Faxanschluss)
(Standardbrief Luftpost bis 20g: € 0,70)

Bitte senden Sie eine Kopie Ihres Schreibens an:

Botschaft der Russischen Föderation
S.E. Herrn Vladimir Kotenev
Unter den Linden 63–65
10117 Berlin
Telefax: 030 - 229 93 97
E-Mail: info@Russische-Botschaft.de


Sie können dazu einen in deutscher oder englischer Sprache verfassten Brief herunterladen. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:
Sehr geehrter Herr Staatsanwalt,

angesichts des Falles von Bulat Tschilajew, dem Fahrer der Menschenrechtsorganisation „Graschdanskoje Sodejstwje“, der seit dem 9. April 2006 nicht mehr gesehen wurde, bin ich sehr besorgt. 
An diesem Tag führten tschetschenische und russische Sicherheitskräfte eine Razzia in dem tschetschenischen Dorf Sernowodsk durch. Die Sicherheitskräfte verhafteten einen Bekannten von Bulat Tschilajew, um seine Personalien zu überprüfen. 
Als der Mann später freigelassen wurde, bat er Bulat Tschilajew ihn nach Grosny zu fahren. Augenzeugen gaben später an, dass sie unifomierte Männer gesehen hätten, die sich Masken übergezogen hätten, als sich der Wagen aus Sernowodsk einer Kreuzung genähert habe. 
Berichten zufolge errichteten sie eine Straßensperre, zerrten die beiden Männer aus dem Wagen und fesselten sie mit Handschellen. Die Sicherheitskräfte sollen dann mit beiden Wagen in Richtung Grosny davongefahren sein.
Nachdem Mitgliedern von amnesty international und anderen Nicht-Regierungsorganisationen die russischen Behörden aufgefordert hatten, Nachforschungen über den Verbleib von Bulat Tschilajew anzustellen, bestätigte die tschetschenische Staatsanwaltschaft die Entführung und erklärte, ein Strafverfahren sei eingeleitet worden.
Zeugen konnten die Kennzeichen der Tatfahrzeuge angeben und übergaben den Behörden eine Militärerkennungsmarke, die am Tatort gefunden worden war. 
Der Träger der Marke gehörte einer Einheit des russischen Verteidigungsministeriums an und erklärte die Marke verloren zu haben. Weitere Ermittlungen wurden nicht angestellt. 
Im Oktober 2006 erfuhr amnesty international aus inoffiziellen Quellen, dass der Militärangehörige im Dienst getötet worden sei.
Ich fordere Sie dringend auf alle notwendigen Schritte zu veranlassen, um  den Verbleib von Bulat Tschilajew und seinem Bekannten zu klären und die Verantwortlichen für die Entführung zu ermitteln und vor Gericht zu stellen.

Bitte informieren Sie mich über die weitere Entwicklung dieser ernsten Angelegenheit. 

Mit freundlichen Grüßen


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de

Anschreiben 
(Übersetzung) in Englisch als Druckausgabe:
pdf
rtf
Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
pdf
rtf

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