briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS JUNI 2007

USA
 

Mark Wilkerson

Was sagt es über unser Land aus, wenn wir unschuldige Iraker kaltblütig töten und Gefangene foltern?« schrieb Mark Wilkerson in seinem Antrag auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen. Mark Wilkerson wurde im Februar dieses Jahres von einem Militärgericht zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt, weil er sich 2005 geweigert hatte, seinem erneuten Marschbefehl in den Irak Folge zu leisten. Er wurde außerdem wegen unerlaubten Entfernens von der Truppe unehrenhaft aus dem Militärdienst entlassen.
Während seines ersten Einsatzes im Irak von März 2003 bis März 2004 hatte Mark Wilkerson sich geweigert, auf einen Mann das Feuer zu erwidern, weil »so viele Menschen um ihn herumstanden und ich keine Unschuldigen töten wollte«. Unmittelbar nach seiner Rückkehr in die USA im März 2004 stellte der Soldat einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen. Während der Prüfung seines Antrags erfuhr er, dass seine Einheit im Januar 2005 in den Irak zurückbeordert würde. Der Antrag wurde im November 2004 mit der Begründung abgelehnt, dass er nicht überzeugend darlegen konnte, dass er alle Kriege ablehnt. Nach den Bestimmungen der US-Streitkräfte muss sich ein Antragsteller auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen vorbehaltlos gegen den Krieg in jeder Form wenden.
Die Militärbehörden teilten Mark Wilkerson mit, dass ein Rechtsmittel gegen diese Entscheidung erst über ein Jahr nach Ablauf der zweiten Einsatzzeit im Irak geprüft werden könne. Daraufhin sah er keine andere Möglichkeit, als dem Marschbefehl nicht Folge zu leisten. Im August 2006 stellte er sich den Militärbehörden. 

Schreiben Sie bitte höflich formulierte Briefe an den amtierenden Staatssekretär der US-Armee, in denen Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung von Mark Wilkerson fordern, da ai ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen betrachtet, der allein wegen seiner Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen inhaftiert worden ist.

Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch an: 

The Honorable Peter Geren
Acting Secretary of the Army
102 Army Pentagon
Room 3E588
Washington DC 20310-0102
USA
(korrekte Anrede: Dear Secretary)
Telefax: (001) 703 697 0720

Bitte senden Sie eine Kopie ­Ihres Schreibens an:

Kanzlei der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika
S.E. Herrn William Robert Timken, Jr.
Neustädtische Kirchstr. 4–5, 10117 Berlin
Telefax: 030 - 83 05 12 15
E-Mail: über http://germany.us embassy.de/email/feedback.htm
(Standardbrief Luftpost bis 20g: € 1,70)


Sie können dazu einen in deutscher oder englischer Sprache verfassten Brief herunterladen. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:
Sehr geehrter Herr Sekretär,

ich bin sehr besorgt von dem Fall Mark Wilkersons zu hören.
Mark Wilkerson diente vom März 2004 bis zum März 2005 im Irak. Während seines Einsatzes weigerte er sich auf einen Mann das Feuer zu erwidern, weil “so viele Menschen um ihn herumstanden“ und er keinen Unschuldigen töten wollte”. Unmittelbar nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten beantragte er die Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen. In seinem Antrag schrieb er: “Was sagt es über ein Land aus, wenn wir unschuldige Iraker kaltblütig töten and Gefangene foltern?“. Während sein Antrag geprüft wurde, erfuhr er, dass seine Einheit im Januar 2005 in den Irak zurückkehren sollte. Sein Antrag wurde im November 2004 abgelehnt, da er nicht überzeugend dargelegt habe, dass er alle Kriege ablehne. Nach den Bestimmungen der US-Streitkräfte muss ein Antragstellender auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen vorbehaltlos jede Form des Krieges ablehnen. Darüber hinaus teilen die Militärbehörden Mark Wilkerson mit, dass die gegen die Entscheidung eingelegten Rechtsmittel erst ein Jahr nach Ablauf seiner zweiten Dienstzeit im Irak geprüft würden. Daraufhin sah Mark Wilkerson keine andere Möglichkeit seinem Gewissen zu folgen, als dem Marschbefehl nicht Folge zu leisten. Er stellte sich im August 2006 den Militärbehörden und wurde im Februar 2007 zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt.
Ich fordere Sie dringend auf Mark Wilkerson unverzüglich und ohne Vorbedingungen freizulassen, da er, auch nach Ansicht von amnesty international, ein gewaltloser politischer Gefangener ist, der allein wegen seiner Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen inhaftiert worden ist.

Bitte informieren Sie mich über die weitere Entwicklung dieser ernsten Angelegenheit. 

Mit freundlichen Grüßen


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de

Anschreiben 
(Übersetzung) in Englisch als Druckausgabe:
pdf
rtf
Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
pdf
rtf

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