briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS DEZEMBER  2006

MAROKKO 
 

Brahim Sabbar

Brahim Sabbar, ein Menschenrechtler sahrauischer Herkunft, ist zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden, Zudem drohen ihm weitere Haftstrafen. Nach Auffassung von ai ist er ein gewaltloser politischer Gefangener. Brahim Sabbar ist Generalsekretär der »Sahrauischen Vereinigung der Opfer schwerer Menschenrechtsverletzungen des marokkanischen Staates«. Er und ein weiterer Menschenrechtsverteidiger namens Ahmed Sbai waren am 17. Juni 2006 an einer Polizeikontrolle festgenommen worden.
Brahim Sabbar wurde im Juni 2006 zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, weil er einem Polizisten Widerstand geleistet haben soll. Ein Berufungsgericht bestätigte die gegen ihn verhängte Strafe im Juli 2006. ai befürchtet, dass das Urteil allein auf dem Protokoll eines Polizeiverhörs basierte. Brahim Sabbar bestreitet die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen und hat angegeben, die Polizisten hätten ihn bei der Festnahme getreten und geschlagen.

Brahim Sabbar steht nun ein weiteres Verfahren bevor, in dem die Anklagen unter anderem auf Mitgliedschaft in einer verbotenen Vereinigung und Anstiftung zu gewalttätigen Protesten gegen die marokkanische Verwaltung der Westsahara lauten. Im selben Verfahren steht auch Ahmed Sbai unter Anklage. Die Behörden gehen offenbar gegen Brahim Sabbar vor, weil er Informationen über Menschenrechtsverletzungen in der Westsahara sammelt und öffentlich für die Selbstbestimmung der Menschen in dieser Region eintritt.



Schreiben Sie bitte höflich formulierte Briefe an den marokkanischen Ministerpräsidenten, in denen Sie ihn auffordern, Brahim Sabbar umgehend freizulassen, sofern man ihm nicht unverzüglich einen fairen Prozess im Einklang mit internationalen Standards für ein faires Gerichtsverfahren gewährt.

Schreiben Sie in gutem Arabisch, Französisch, Englisch oder auf Deutsch an: 

His Excellency Driss Jettou / Prime Minister
Département du Premier Ministre / Palais Royal / Touarga
Rabat / MAROKKO (korrekte Anrede: Monsieur le Premier Ministre)
Telefax: 002 12 - 37 - 76 99 95.

Bitte senden Sie eine Kopie Ihres Schreibens an:

Botschaft des Königreichs Marokko
S. E. Herrn Mohammed Rachad Bouhlal / Niederwallstr. 39
10117 Berlin / Telefax: 030 - 20 61 24 20
E-Mail: marokko-botschaft@t-online.de
(Aerogramm bis 5g: € 1,00; Standardbrief Luftpost bis 20g: € 1,70)


Sie können dazu einen in deutscher oder englischer Sprache verfassten Brief herunterladen. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:
Sehr geehrter Herr Gouverneur,

Monsieur le Premier Ministre,

angesichts von Berichten über die Veruteilung von Brahim Sabbar zu zwei Jahren Gefängnis bin ich sehr besorgt. Brahim Sabbar stammt aus der Region Westsahara und engagiert sich dort für die Verteidigung der Menschenrechte. 
Er ist Generalsekretär der “Sahrauischen Vereinigung der Opfer schwerer Menschenrechtsverletzungen des marokkanischen Staates”. Brahim Sabbar und Ahmed Sbai, der sich ebenfalls für die Verteidigung der Menschenrechte einsetzt, wurden am 17. Juni 2006 bei einer Polizeikontrolle festgenommen. Im Juni wurde er wegen Widerstands gegen die Polizeibeamten zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Das Berufungsgericht hat das Urteil im Juli 2006 bestätigt.
Amnesty international befürchtet, dass das Urteil lediglich auf den Protokollen der Polizeiverhöre basiert. Brahim Sabbar hat die Vorwürfe zurückgewiesen und angegeben, von den Polizisten bei der Festnahme geschlagen und getreten worden zu sein.
Gegen Brahim Sabbar steht ein weiteres Verfahren an. Unter anderem ist er der Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation und der Anstiftung zu gewalttätigen Protesten gegen die marokkanische Verwaltung der Westsahara  angeklagt. Ahmed Sbai ist im selben Verfahren angeklagt. 
Anscheinend ergreifen die Behörden Maßnahmen gegen Brahim Sabbar, weil er Informationen über Menschenrechtsverletzungen in der Westsahara sammelt und für das Selbstbestimmungsrecht der Menschen in der Region eintritt. 
Amnesty international betrachtet Brahim Sabbar als einen gewaltlosen politischen Gefangenen. Deshalb fordere ich Sie dringend auf, Brahim Sabbar umgehend freizulassen, sofern ihm nicht unverzüglich ein faires Gerichtsverfahren gewährt wird.
Bitte informieren Sie mich über die weitere Entwicklung dieser ernsten Angelegenheit. 

Mit freundlichen Grüßen
 


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de

Anschreiben 
(Übersetzung) in Französisch als Druckausgabe:
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Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
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