briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS SEPTEMBER  2006
PAPUA-NEUGUINEA
 

Anna Benny

Die Menschenrechtsverteidigerin Anna Benny ist seit November 2005 »verschwunden«. Zuletzt war sie in Goroka, im östlichen Hochland des Landes, gesehen worden, jedoch hat weder ihre Familie sie als vermisst gemeldet, noch wurde ihr Verschwinden von der Polizei untersucht. Verlässlichen Quellen zufolge wollte sie ihre Schwägerin aufsuchen, die von Dorfbewohnern der Hexerei bezichtigt und deswegen gefangengehalten wurde. Dem Vernehmen nach sollen dann beide Frauen erschossen worden sein.

Tötungen wegen Hexerei sind insbesondere im Hochland von Papua-Neuguinea keine Seltenheit. Nahezu jeder Unfalltod wird dort Hexerei zugeschrieben, und wie die Menschenrechtsverteidigerin Sarah Garap gegenüber ai erläutert hat, »müssen dann für jeden dieser Todesfälle ein oder mehrere andere Menschen sterben (…) In 95 Prozent der Fälle sind es Frauen, die beschuldigt, gefoltert und getötet werden«.
Diese Tötungen sind von einer Mauer des Schweigens umgeben und die Polizei unternimmt so gut wie nichts, um diese Mauer zu durchbrechen.

Anna Benny setzte sich unermüdlich gegen Gewalt an Frauen und Mädchen und deren Billigung durch Dorfgemeinschaften ein. Eine lokale Frauenorganisation führt nun ihre eigenen Untersuchungen des Falls durch. Obwohl ihre Mitglieder bedroht werden, sind sie weiterhin fest entschlossen, die Verantwortlichen zu ermitteln und der Justiz zuzuführen.

Schreiben Sie bitte höflich formulierte Briefe an den Polizeichef des Landes, in denen Sie ihn auffordern, umgehend eine umfassende, unparteiische und unabhängige Untersuchung des »Verschwindens« und der mutmaßlichen Tötung von Anna Benny und ihrer Schwägerin einzuleiten. 



Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch an: 

Sam Inguba / Commissioner of Police / Police Headquarters
PO Box 85 / Kone-dobu / Port Moresby NCD / PAPUA-NEUGUINEA
(korrekte englische Anrede: Dear Commissioner of Police)
Telefax: 006 75 - 321 01 01; 006 75 - 322 61 13; 006 75 - 321 19 29

Bitte senden Sie eine Kopie Ihres Schreibens an:

Botschaft des Unabhängigen Staates Papua-Neuguinea
S. E. Herrn Isaac Brian Lupari / Avenue de Tervuren 430
1150 Brüssel / BELGIEN / Telefax 0032 - 2 - 772 70 88
(Aerogramm bis 5g: € 1,00; Standardbrief Luftpost bis 20g: € 1,70)


Sie können dazu einen in deutscher oder englischer Sprache verfassten Brief herunterladen. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:
 Sehr geehrter Herr Polizeichef,

angesichts von Berichten über das “Verschwinden” der Menschenrechtsverteidigerin Anna Benny seit November 2005 bin ich sehr besorgt. 
Sie wurde zuletzt in Goroka im Hochland gesehenen. Ihr “Verschwinden” wurde der Polizei weder durch die Familie mitgeteilt, noch wurde es durch die Polizei untersucht. Nach glaubwürdigen Quellen beabsichtigte sie, ihre Schwägerin zu besuchen, die wegen angeblicher Hexerei von Dorfbewohnern gefangengehalten wurde. Berichten zufolge wurden beide Frauen danach erschossen. 
Anna Benny kämpfte unermüdlich gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen und die Billigung dieser Gewalt durch die Dorfgemeinschaften.
Ich fordere Sie daher dringend auf, sofort eine umfassende, unparteiische und unabhängige Untersuchung der “Verschwindens” und der mutmaßlichen Tötung von Anna Benny und ihrer Schwägerin einzuleiten. 

Bitte informieren Sie mich über die weitere Entwicklung dieser ernsten Angelegenheit. 

Mit freundlichen Grüßen


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de

Anschreiben 
(Übersetzung) in Englisch als Druckausgabe:
pdf ]
rtf ]
Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe: 
[ pdf ]
rtf ]

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