briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS APRIL 2006
MYANMAR
 

Su Su Nway und U Aye Yint

Frau Su Su Nway und der Rechtsanwalt U Aye Myint wurden im Oktober vergangenen Jahres in Haft genommen, weil sie den lokalen Behörden Menschenrechtsverletzungen gemeldet hatten. ai betrachtet sie als gewaltlose politische Gefangene und fordert ihre sofortige und bedingungslose Freilassung.
Im April 2004 hatten örtliche Behördenvertreter dem Vernehmen nach Su Su Nway und andere Bewohner ihres Dorfes angewiesen, sich an unbezahlten Arbeiten für ein Straßenbauprojekt zu beteiligen. Im Januar 2005 konnten sie erreichen, dass Kommunalbeamte von einem Gericht wegen der Anordnung unbezahlter Zwangsarbeit verurteilt wurden.
Nachdem Su Su Nway den Prozess gewonnen hatte, wurde sie Berichten zufolge von Beamten der Dorfverwaltung bedroht und drangsaliert. Neun Monate später wurde sie in einem Verleumdungsprozess zu anderthalb Jahren Gefängnis verurteilt. ai geht davon aus, dass ihre Inhaftierung politisch motiviert und auf ihr erfolgreiches Vorgehen gegen die in Myanmar verbreitete Praxis der Zwangsarbeit zurückzuführen ist.
Der Anwalt U Aye Myint wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil er Bauern dabei unterstützt haben soll, Meldung an die Behörden und die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) zu erstatten, dass lokale Beamte Land von ihnen konfisziert haben. Man nahm ihn im September 2005 fest und erhob wegen Vergehens gegen die nationale Sicherheit Anklage gegen ihn. 

Schreiben Sie bitte höflich formulierte Briefe an den Militärmachthaber Myanmars, in denen Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung von Su Su Nway und U Aye Myint fordern, die allein aufgrund ihres legitimen Menschenrechtsengagements zu Freiheitsstrafen verurteilt worden sind. Dringen Sie außerdem darauf, dass sie in erforderlichem Maße medizinisch versorgt werden. 

Schreiben Sie in gutem Birmanisch, Englisch oder auf Deutsch an:

Senior General Than Shwe / Chairman of the State Peace and
Development Council / c/o Ministry of Defence
Ahlanpya Phaya Street / Yangon / MYANMAR
(korrekte englische Anrede: Dear Senior General)

Bitte senden Sie eine Kopie Ihres Schreibens an:

Kanzlei der Botschaft der Union Myanmar / S.E. Herrn U Tin Win
Thielallee 19 / 14195 Berlin / Telefax: 030 - 20 64 97 57
E-Mail: emb.my.berlin@t-online.de
(Aerogramm bis 5g: € 1,00, Standardbrief Luftpost bis 20g: € 1,70)
 


Sie können dazu einen in deutscher oder englischer Sprache verfassten Brief herunterladen. 
(siehe unten)
Hier der deutsche Text:

Sehr geehrter Herr Senior General,

angesichts von Berichten, denen zufolge Su Su Nway und U Aye Myint aufgrund ihres Engagements gegen Menschenrechtsverletzungen inhaftiert worden sind, bin ich sehr besorgt.
Berichten zufolge haben die örtlichen Behörden im April 2004 Su Su Nway und andere Bewohner ihres Dorfes angewiesen, an unbezahlten Arbeiten für ein Straßenbauprojekt teilzunehmen. Im Januar 2005 erreichte Su Su Nway, dass lokale Beamte von einem Gericht wegen Anordnung unbezahlter Zwangsarbeit verurteilt wurden. Danach wurde sie Berichten zufolge von Beamten der Dorfverwaltung bedroht und drangsaliert.    Neun Monate später wurde sie wegen Verleumdung zu anderthalb Jahren Gefängnis verurteilt. Amnesty international geht davon aus, dass die Gründe für Su Su Nway's Inhaftierung politischer Natur sind und auf ihre erfolgreiche Arbeit gegen Zwangsarbeit in Myanmar zurückzuführen sind.
Der Anwalt U Aye Myint wurde im September 2005 verhaftet und wegen Vergehen gegen die nationale Sicherheit angeklagt, nachdem er Berichten zufolge Bauern dabei geholfen hatte, den Behörden und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über die Konfiszierung ihres Landes durch lokale Beamte zu berichten. U Aye Myint wurde inzwischen zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.
Ich fordere Sie dringend auf, beide, Su Su Nway und U Aye Myint sofort und bedingungslos freizulassen, da sie allein aufgrund ihres friedlichen Einsatzes für die Menschenrechte inhaftiert wurden. 
Darüber hinaus fordere ich Sie dringend auf, sicherzustellen, dass sie im Bedarfsfall die notwendige medizinische Behandlung erhalten. 

Bitte informieren Sie mich über die weitere Entwicklung dieser ernsten Angelegenheit. 

Mit freundlichen Grüßen
 


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de

Anschreiben 
(Übersetzung) in Englisch als Druckausgabe:
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Anschreiben 
in Deutsch als Druckausgabe:
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