briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS FEBRUAR 2006
RUSSISCHE FÖDERATION
 

ADAM MEDOW 

Zalina Medowa war mit ihrem zweiten Kind schwanger, als ihr Ehemann Adam Medow im Juni 2004 dem „Verschwindenlassen“ zum Opfer fiel. Am 15. Juni 2004 verließ der 24-jährige Adam Medow seine Wohnung in der russischen Teilrepublik Inguschetien. Am Abend rief er an und teilte seiner Frau mit, dass er einen Unfall gehabt hätte. Zwei Tage später erhielt die Familie einen Anruf von einem ihr bekannten Polizisten. Dieser gab an, Adam Medow werde auf einer Polizeiwache in Inguschetien festgehalten.

Auf der Wache erfuhren die Anhörigen, dass Adam Medow an diesem Tag von der inguschetischen Verkehrspolizei im Kofferraum eines Autos aufgefunden worden war, das von Mitarbeitern des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB gesteuert wurde. Die Polizei nahm die Geheimdienstler fest, die Adam Medow offenbar gerade nach Tschetschenien bringen wollten. Adam Medow sagte bei der Polizei aus, dass  man ihn dazu gezwungen habe, bei seiner Familie anzurufen, um diese zu beruhigen. Seinen Angaben zufolge war er von den FSB-Angehörigen geschlagen worden.

Ein Polizist stellte ein Treffen zwischen Adam Medow und seinen Brüdern in Aussicht. Am vereinbarten Tag wartete die Familie vor der Polizeiwache. Bevor das Treffen jedoch stattfinden konnte, wurde die Familie benachrichtigt, dass auf Befehl des Geheimdienstes die mutmaßlichen Entführer wieder freigekommen waren und dass diese Adam Medow durch den Hinterausgang der Polizeiwache fortgebracht hatten. Nach Angaben der Polizei brachten die Angehörigen des FSB Adam Medow nach Tschetschenien. Seitdem hat die Familie keinen Hinweis mehr auf seinen Aufenthaltsort erhalten. 

Nachdem Zalina Medowa beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eine Beschwerde wegen des „Verschwindenlassens“ ihres Ehemanns eingereicht hatte, erhielt sie Drohungen von FSB-Angehörigen, sie solle die Klage zurückziehen, wenn ihre Kinder nicht als Waisen aufwachsen sollen. Da Zalina Medowa sich der Drohung nicht beugen wollte, verließ sie gemeinsam mit ihren zwei Kindern die Russische Föderation.


Schreiben Sie bitte höflich formulierte Briefe an den Generalstaatsanwalt der Russischen Föderation, in denen Sie eine Untersuchung der Festnahme und des „Verschwindenlassens“ von Adam Medow sowie der Vorgehensweise der Angehörigen des FSB fordern, die versuchten, Adam Medow im Kofferraum eines Autos nach Tschetschenien zu bringen. 

Schreiben Sie in gutem Russisch, Englisch oder auf Deutsch an:

Vladimir Ustinov
Procurator General of the Russian Federation
103793 Moskva
Ul. Bolshaya Dimitrovka 15a
RUSSISCHE FÖDERATION

Telefax: (007) 495 292 8848

Bitte schicken Sie eine Kopie Ihres Schreibens an:

Kanzlei der Botschaft der Russischen Föderation
S.E. Herrn Vladimir Kotenev
Unter den Linden 63 - 65, 10117 Berlin
Telefax: 030-2299 397
E-Mail: info@Russische-Botschaft.de

(Standardbrief Luftpost bis 20g: € 0,70
 


Sie können dazu einen in deutscher oder englischer Sprache verfassten Brief herunterladen. 
(siehe unten)
Hier die deutsche Übersetzung:

Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt,

angesichts von Berichten über das Verschwinden von Adam Medow bin ich sehr besorgt. 
Adam Medow verließ seine Wohnung in Inguschetien am 15. Juli 2004. Am Abend rief er seine Frau an und sagte, er habe einen Unfall gehabt. Zwei Tage später bekam sie einen Anruf von einem ihr bekannten Polizisten. Der Polizist gab an, dass Adam Medow sich in einer Polizeistation in Inguschetien  in Haft befinde, nachdem er im Kofferraum eines Autos entdeckt worden war, dass von Angehörigen des russischen Inlandsgeheimdienstes (FSB) gefahren wurde. Berichten zufolge hat die inguschetische Verkehrspolizei die Geheimdienstmänner festgenommen, die augenscheinlich gerade versucht hatten Adam Medow nach Tschetschenien zu entführen. Bevor ein geplantes Treffen mit seinen Brüdern stattfinden konnte, erhielt die Familie Nachricht, dass die mutmaßlichen Entführer auf Befehl des Geheimdienstes freigelassen worden waren und Adam Medow mit nach Tschetschenien genommen hatten. Seither ist sein Aufenthaltsort unbekannt.
Als Zalina Medowa eine Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einreichte, wurde sie von Geheimdienstmitarbeitern bedroht und aufgefordert, ihre Beschwerde zurückzuziehen, wenn sie ihre Kinder nicht als Waisen aufwachsen sehen möchte. Daraufhin hat Zalina Medowa die russische Föderation verlassen.
Ich fordere Sie dringend auf, eine gründlichen Untersuchung über die Verhaftung und das Verschwinden von  Adam Medow und über das Verhalten der Geheimdienstmitarbeiter einzuleiten, die Berichten zufolge versucht haben, Adam Medow im Kofferraum eines Autos nach Tschetschenien zu bringen.

Bitte informieren Sie mich über die weitere Entwicklung dieser ernsten Angelegenheit. 

Mit freundlichen Grüßen
 


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de

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