briefe gegen das vergessen
BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS FEBRUAR 2005

 
Der Fall Margaret Muthoni Murage aus Kenia
Die 17-jährige Margaret Muthoni Murage war im sechsten Monat schwanger, als sie am 4. Mai 2004 in der kenianischen Hauptstadt Nairobi festgenommen wurde. 
Sie wurde beschuldigt, Goldschmuck von ihrem Arbeitgeber gestohlen zu haben. Polizeibeamte brachten sie zu einem Verhör auf die nächste Wache.
Als Vertreter von amnesty international sie zwei Wochen später in ihrer Zelle besuchten, berich- tete sie von Misshandlungen durch einen Vernehmungsbeamten: 
Zuerst gab er mir einen Tritt und schleuderte mich dann gegen die Wand. Kurze Zeit später erlitt sie eine Fehlgeburt. Margaret Murage wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, doch für ihr Kind kam jede Hilfe zu spät.
Das Mädchen kam zunächst wieder zurück auf die Polizeiwache, wurde aber kurz darauf freige- lassen. 
Als die junge Frau am  10. Mai 2004 die Misshandlungen zur Anzeige bringen wollte, weigerten sich die Beamten, ihre Aussagen zu Protokoll zu nehmen und stellten sie bis zum nächsten Tag erneut unter Arrest. 
Am 14. Mai 2004 erschien Margaret Muthoni Murage vor Gericht und wurde des Diebstahls angeklagt. Bis zum Prozessbeginn wurde sie gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt.
amnesty international brachte den Fall am 19. Mai 2004 gegenüber der kenianischen Polizei zur Sprache. Obwohl die Behörden versicherten, Ermittlungen einzuleiten, wurden bisher keine Schritte in diese Richtung deutlich. 
Ende Oktober wandte sich ai erneut an die Behörden. Es hieß, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien. Die mangelnde strafrechtliche Verfolgung von Menschenrechtsverletzungen, begangen von der kenianische Polizei, wird von amnesty international bereits seit langem beklagt.
 
Sie können dazu einen in englischer Sprache verfassten Brief herunterladen. (s.unten)
Hier die deutsche Übersetzung:

Sehr geehrter Herr Polizeichef,

Ich bin angesichts von Berichten, nach denen Margaret Muthoni Murage in Haft misshandelt wurde sehr besorgt. 

Nach Angaben von amnesty international war das 17-jährige Mädchen im sechsten Monat schwanger, als sie am 4. Mai 2004 in Nairobi verhaftet wurde. Dem Bericht zufolge wurde sie getreten und gegen eine Wand geschleudert. Wenig später erlitt sie eine Fehlgeburt. 
Als Margaret Murage die Misshandlung am 10. Mai 2004 zur Anzeige bringen wollte, weigerten sich die Beamten ihre Aussage aufzunehmen. Statt dessen inhaftierten sie sie einen weiteren Tag.

Der Fall wurde der kenianischen Polizei am 19. Mai 2004 von amnesty international vorgelegt.

Die damalige Zusage der kenianischen Behörden, eine Untersuchung über die Misshandlungsvorwürfe durchzuführen haben bislang keine Ergebnisse gezeitigt.
Ich fordere Sie daher dringend auf, die Untersuchung rasch abzuschließen und die Verantwortlichen für die Misshandlung von Margaret Murage vor Gericht zu stellen.
Ich hoffe, in dieser ernsten Angelegenheit von Ihnen zu hören.

Mit freundlichen Grüßen
 


Sollten Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie an amnesty international.
amnesty international, Postfach, 53108 Bonn 
Tel.: 0228/983730;
Fax: 0228/630036
E-mail: Info@amnesty.de   Internet: www.amnesty.de
 

Anschreiben (Übersetzung) in Englisch als Druckausgabe:
[ pdf]
[ rtf ]

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